TUI beschafft sich frisches Kapital

Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI besorgt sich über eine Umtauschanleihe bis zu einer halben Milliarde Euro Kapital und trennt sich zumindest vorübergehend von der rechtlichen Mehrheit an seiner Touristik-Tochter TUI Travel plc. «Wir sind fest entschlossen, die Anleihe am Ende der Laufzeit im Jahr 2013 in bar auszugleichen und nicht in Aktien», sagte ein TUI-Sprecher am Mittwoch. Damit fielen die TUI- Travel-Aktien wieder an den Konzern zurück.
Zwischenzeitlich behält TUI über einen Stimmbindungsvertrag die Stimmrechtsmehrheit und will damit TUI Travel weiterhin voll als Teil des TUI-Konzerns konsolidieren. Von einer Abspaltung der Touristik könne keine Rede sein, sagte der Sprecher. Die Zwei-Säulen-Strategie aus Schifffahrt und Touristik werde nicht aufgegeben.
Die Umtauschanleihe beläuft sich auf anfänglich 450 Millionen Euro und kann um 50 Millionen auf eine halbe Milliarde Euro aufgestockt werden. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank wird die Anleihe von der auf der Insel Jersey ansässigen Zweckgesellschaft Nero Finance ausgegeben. Diese erwirbt über die Deutsche Bank zudem bis zu 9,1 Prozent der TUI-Travel-Anteile von TUI und gewährt dem TUI- Mutterkonzern die dazugehörigen Stimmrechte.
Mit dem Erlös will TUI unter anderem bestehende Kredite ersetzen und so unabhängiger von Bankdarlehen werden. Vorgesehen sei auch die Verwendung für «allgemeine Unternehmenszwecke». Der aus der Fusion der TUI-Touristik mit First Choice Holidays entstandenen TUI Travel soll durch die Reduzierung des TUI-Anteils ermöglicht werden, sich eigenständig am Markt zu refinanzieren, was wegen der Mehrheitsbeteiligung der TUI bisher nicht möglich war. TUI hatte der 51-prozentigen Tochter zu ihrer Gründung eine Finanzspritze von zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Davon wurden 1,3 Milliarden benötigt.

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