«Urd» nach Lettland

Die Reederei Scandlines setzt auf das Geschäft mit dem Baltikum. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Frachtmengen zwischen Deutschland und den baltischen Staaten schon im zweiten Halbjahr wieder ansteigen würden, sagte der Geschäftsführer der Scandlines-Frachtsparte, Søren Poulsgaard Jensen, am Mittwoch zum Start einer neuen Fährverbindung der Reederei zwischen Travemünde und dem lettischen Hafen Ventspils. Am Abend startet das erste Schiff vom Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde ins Baltikum. Voraussichtlich bereits am Wochenende soll ein zweites Schiff auf der Route seinen Dienst aufnehmen, sagte Jensen.

Das zweite Schiff werde eine ähnliche Kapazität haben, wie die zunächst auf der Route eingesetzte «Urd». Die bietet Platz für rund 1500 Lademeter sowie 186 Passagiere und wurde zuvor von Scandlines auf den Strecken Rostock-Liepaja und Rostock-Ventspils eingesetzt.

Die Verlagerung der Lettland-Verbindung nach Travemünde begründete die Reederei mit dem guten Zugang Travemündes zum westlichen europäischen Markt. Firmensprecher Michael Speckenbach trat Befürchtungen entgegen, wonach das Unternehmen die bestehende Rostocker Verbindung nach Ventspils kappen könnte. Die derzeit eingestellte Fährstrecke bleibe nur vorläufig ausgesetzt, bis ein neues Schiff gefunden sei. Eine zwischen Rostock und Ventspils fahrende Fähre habe Scandlines wegen eines beendeten Chartervertrags zurückgeben müssen. «Bisher haben wir noch keinen Nachfolger mit passender Tonnage», erklärte Speckenbach der dpa. Die Suche nach einem Ersatzschiff falle nun «zufällig» mit der Eröffnung der Travemünde-Verbindung zusammen. «Rostock bleibt Sitz der Reederei», sagte er.

Schweriner Landespolitiker hatten Scandlines wiederholt zu einem Bekenntnis zum Standort Rostock aufgefordert, SPD-Wirtschaftsexperte Jochen Schulte fürchtet einen Rückzug der Reederei aus Mecklenburg- Vorpommern. Der Umzug von Teilen der Scandlines-Verwaltung von Rostock nach Puttgarden auf Fehmarn soll bis Mai abgeschlossen sein.

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