Ursache für Feuer auf "Lisco Gloria" bleibt ungeklärt

Der dramatische Brand auf der Ostseefähre "Lisco Gloria" im Herbst 2010 wurde durch einen technischen Defekt verursacht. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen (BSU) und der entsprechenden litauischen Behörde. Doch wie und wo es genau zu dem Fehler kam, lässt sich nicht mehr klären.

Bei dem Feuer waren alle 235 Menschen an Bord gerettet worden, 28 von ihnen erlitten Verletzungen. "Das Ergebnis war am Ende sehr positiv", sagte der Direktor der BSU, Jörg Kaufmann, am Freitag. Aber die Ermittlungen hätten auch einige Stolpersteine beim Einsatz aufgedeckt.

Ob für das Feuer etwa ein Defekt im bordeigenen Stromnetz, in einem Kabel oder in der Kühlanlage des Lasters verantwortlich sei, bleibe unklar, sagte Kaufmann. Zu den Schwachpunkten, die die deutschen und litauischen Ermittler entdeckten, gehörte unter anderem das Versagen einer Sprühflutungsanlage. "Ihr Funktionieren hätte nicht zwingend das Feuer gelöscht, aber zumindest einen Zeitgewinn gebracht", sagte Kaufmann."Vielleicht hätte sich das Feuer auch am Entstehungsort eindämmen lassen."

Kritik äußerten die Ermittler auch an der Koordination der Einsatzkräfte. Es fehlte zum Beispiel im Havariekommando ein Flugkoordinator für die Rettungsflieger. Außerdem seien wegen personeller Grenzen Informationen verzögert an die Rettungsleitstelle Ostholstein weitergegeben worden, heißt es. Umweltschäden habe es nur geringfügige gegeben.

Die "Lisco Gloria" war am 8. Oktober 2010  auf der Fahrt von Kiel nach Klaipeda, als kurz vor Mitternacht nördlich von Fehmarn ein Matrose beim Kontrollgang auf dem Oberdeck Brandgeruch bemerkte. Auf einem Lastwagen mit gekühlten Geflügelhälsen, der an das bordeigene Stromnetz angeschlossen war, war Feuer ausgebrochen.

Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht" (2. Februar)

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