Vom U-Boot-Jäger zum Hotelschiff

Das 1942 gebaute finnische Passagierschiff „Brahe“ kann auf eine äußerst wechselvolle Geschichte zurückblicken, Foto: Behling
Wer beim „Wacken Open Air“ (30. Juli bis 1. August), dem größten Heavy-Metal-Festival der Welt, lieber in komfortablen Schiffskabinen statt in einem nassen Zelt wohnen möchte, hat jetzt eine attraktive Alternative – die „Brahe“.
Das finnische Passagierschiff machte in der Nacht zum Mittwoch in Hochdonn am Nord-Ostsee-Kanal fest. Der kleine Anleger dort befindet sich direkt an einer Kanalfähre und ist nur knapp drei Kilometer vom Veranstaltungsort in Wacken entfernt. Die Anbieter dieser „matschfreien Übernachtungs-Option“ mit Dusche und festem WC stellen auch einen Shuttlebus vom Anleger zum Festivalgelände zur Verfügung. Die „Brahe“ (IMO 5345065) wurde eigens für dieses Event von einem deutschen Reiseveranstalter gechartert. An Bord gibt es 44 Kabinen für etwa 200 Passagiere, ein Restaurant und auch ein Sonnendeck.
Das schneeweiße Passagierschiff kann auf eine wechselvolle Vergangenheit zurückblicken. 1942 wurde es als U-Boot-Jäger „PCE 830“ in Chicago für die US Marine auf Kiel gelegt. Nach der Indienststellung verliehen die USA das 55 Meter lange Kriegsschiff an die britische Royal Navy. Die setzte es als „Kilchrenan“ zum Schutz alliierter Schiffe gegen deutsche U-Boote vor Gibraltar und im Mittelmeer ein. 1948 kaufte eine norwegische Reederei das ausgemusterte Kriegsschiff und ließ es zum Passagierschiff „Sunnhordland“ umbauen. 1974 wurde es von einer finnische Reederei übernommen und bis 2010 als „Kristina Brahe“ auf der Ostsee und dem Saimaa-See eingesetzt. 2010 wurde das Schiff dann in „Brahe“ umgetauft und wechselte zur Reederei Saimaan Mat ka verk ko, die unter dem Namen „Saimaa Travel“ Seereisen anbietet. bre/FB


