Walffangquote auf der Kippe

Das weltweite Walfangverbot ist in Gefahr. Nach einem Vorschlag der Internationalen Walfangkommission IWC sollen die Länder Japan, Island und Norwegen künftig ganz legal Fangquoten erhalten. Bislang jagen diese Staaten Wale mit Hilfe von Ausnahmegenehmigungen.

Der neue Vorschlag stammt vom Vorsitzenden einer IWC-Arbeitsgruppe, Cristian Maquieira, und ist auf der IWC- Internetseite veröffentlicht. Nun muss die IWC-Jahrestagung Ende Juni in Agadir (Marokko) darüber abstimmen. «Der Vorschlag ist eine Kapitulation vor den Walfangländern», sagte Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr am Freitag.

 

Die Walfangnation Japan hat den Vorschlag der Internationalen Walfangkommission IWC für legale Fangquoten mit Vorbehalten begrüßt. Der japanische Fischereiminister Hirotaka Akamatsu zeigte sich zwar erfreut, dass Japan die Genehmigung zur Jagd auf Zwergwale in seinen Küstengewässern erhalten würde. Zugleich beklagte er jedoch die für Japans Jagd auf Zwergwale in der Antarktis vorgesehenen Obergrenzen als «zu drastisch». Er deutete an, weiter hart verhandeln zu wollen.

 

Nach dem Vorschlag der Walfangkommission könnte Japan über die nächsten zehn Jahre legal bis zu 120 Zwergwale pro Jahr in seinen eigenen Küstengewässern erlegen. Das entspricht genau der Grenze, die sich Japan bislang schon für seinen sogenannten Forschungswalfang an seinen Küsten auf andere Wale setzt. Zudem schlägt die IWC unter anderem vor, dass die Obergrenze für Japans Jagd in der Antarktis, die offiziell Forschungszwecken dient, für die nächsten fünf Jahre von gegenwärtig 935 auf 400 reduziert wird. Über die dann folgenden weiteren fünf Jahre soll diese Grenze auf 200 Wale gesenkt werden.

 

Doch das geht für Japan zu weit. Fischereiminister Akamatsu deutete denn auch laut Medien an, die vorgesehene Obergrenze bis zur IWC-Tagung Ende Juni in Agadir (Marokko) so weit wie möglich zu erhöhen. Bislang sieht Japans Forschungswalfang in der Antarktis jährliche Fänge zwischen 765 und 935 Walen vor. Insgesamt aber ist Japan zuversichtlich, dass es nach der jahrelangen Blockadesituation in der IWC zwischen Walfangbefürwortern und -gegnern zu einer Einigung kommt. «Dieses Jahr bietet die «größte Chance», so Akamatsu.

 

Japan nutzt eine Ausnahme des 1986 verhängten Walfangmoratoriums, das die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Diese Deklarierung werten die Walschutznationen allerdings als vorgeschoben. Nach japanischer Darstellung hat das Verbot des kommerziellen Walfangs zu einer deutlichen Erholung der Population bestimmter Walarten geführt, insbesondere der Zwergwale.

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