Wasserstände aktueller vorhersehbar

Ein neues Verfahren bei der Vorhersage von Wasserständen an der deutschen Nordsee ermöglicht künftig aktuellere und ausführlichere Informationen. "Ab jetzt werden die Vorhersagen auf unserer Webseite alle 15 Minuten erneuert, bisher passierte das viermal am Tag", sagte Sylvin Müller-Navarra vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Donnerstag in Hamburg. Möglich werde dies durch ein neues Verfahren, das die Fülle von Informationen zur Pegelberechnung automatisch verknüpfe. "Da laufen minütlich neue Messwerte ein", sagte Müller-Navarra.

Der Wasserstand an der deutschen Nordseeküste sowie in der Unterelbe und Unterweser wird nach BSH-Angaben durch die Gezeiten und den Wind in der Deutschen Bucht geprägt. Vor allem die Berechnungen zur Windentwicklung und dem damit verbundenen Windstau seien kompliziert. Die Vorhersagen durch das neue Verfahren würden zunächst für 16 Pegel der wichtigsten Nordseehäfen veröffentlicht. Sie erstrecken sich über sechs Tage. Bisher sei es ein Tag gewesen, sagte Müller-Navarra. Bis Mitte des Jahres will das BSH die Vorhersagen auf der Grundlage des neuen Verfahrens auf 30 Pegelorte an der Nordsee und 32 an der Ostseeküste erweitern.

Bei aller Automatisierung verzichte man aber nie auf die Kontrolle von Fachleuten, betonte Müller-Navarra. "Der Mensch ist unverzichtbar, um mögliche Fehler zu erkennen und nachzubessern." Die BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz sagte, das gelte vor allem für Sturmflutwarnungen. Im Fall einer drohenden Sturmflut würden Daten unter anderem durch eine kontinuierliche Überwachung der aktuellen Wetterentwicklung des Deutschen Wetterdienstes ergänzt. "Eine Sturmflut können wir nach wie vor maximal 24 Stunden im Voraus ausreichend genau vorhersagen", sagte Breuch-Moritz.

Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"

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