Werftarbeiter nehmen kaum Jobs an
Die noch rund 1400 ehemaligen Wadan-Werftarbeiter in den Transfergesellschaften nehmen kaum neue Jobs an.
Nach Angaben aus der Landesregierung sind bisher weniger als 100 Menschen aus den Gesellschaften in neue Arbeit gewechselt. Als ein Grund gilt, dass die Bezahlung in Branchen außerhalb des Schiffbaus schlechter ist. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) machten gestern in Schwerin deutlich, dass selbst im besten Fall, wenn zeitnah Aufträge bei den nunmehrigen Nordic-Werften eingehen sollten, längst nicht alle der einst 2400 Mitarbeiter auf Beschäftigung hoffen können.
Investor Witali Jussufow habe im Kaufvertrag 1200 Arbeitsplätze zugesagt, hieß es. Sellering und Seidel machten auch deutlich, dass eine Verlängerung der Transfergesellschaften über den 31. März hinaus nicht in Betracht kommt. Zugleich erneuerten sie die Aufforderung an Jussufow, Schiffbauaufträge hereinzuholen, die auch finanziert sein müssten. Das Land sei bereit, nach seinen Möglichkeiten zu helfen, beispielsweise durch Bürgschaften. «Wir hoffen auf Aufträge, das ist es, worauf es jetzt ankommt», sagte Sellering. Seidel verwies in dem Zusammenhang auch auf die Situation der zahlreichen Zulieferer.
Dem Wirtschaftsminister zufolge gibt es für das Werftgelände in Rostock bereits mehrere Interessenten aus anderen Branchen für eine Ansiedlung. Der SPD-Landtagsabgeordnete Jochen Schulte hatte schon zu Wochenbeginn Jussufow aufgefordert, werfteigene Flächen in der Hansestadt für die Ansiedlung neuer Industriearbeitsplätze freizugeben.