Zweite NATO-Mission

Die internationale Staatengemeinschaft verstärkt ihren Kampf gegen die Piraterie vor Somalia. Der Nordatlantikrat (NAC) beschloss eine zweite NATO-Mission, teilte das Verteidigungsbündnis im belgischen Mons mit.

Portugal, Kanada, die Niederlande, Spanien und die USA stellen jeweils ein Kriegsschiff. Darüber hinaus schickt Deutschland die Fregatte «Emden» und das Versorgungsschiff «Spessart», die jedoch aus rechtlichen Gründen offiziell nicht unter der NATO-, sondern der EU-Flagge fahren. Der Einsatz beginnt morgen ( 24. 3.). Der NAC ist das Entscheidungsgremium der ständigen Vertreter der 26 NATO-Mitglieder.

Auch Japan beteiligt sich künftig an den Bemühungen, die Seeräuberei vor dem Horn von Afrika einzudämmen. Verteidigungsminister Yasukazu Hamada beauftragte die Marine, zwei Zerstörer zu schicken. Die Schiffe mit rund 400 Mann an Bord beginnen ihren Einsatz voraussichtlich Anfang April.   Derzeit versuchen die EU-Mission «Atalanta» sowie eine amerikanische Mission, die Seeräuberei vor Somalia einzudämmen. Der Golf von Aden ist eine der wichtigsten Handelsrouten weltweit und verbindet Asien mit Europa. Die Kriegsschiffe sollen aktiv gegen Piraten vorgehen und zudem vor allem die Schiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen nach Somalia eskortieren. Das bitterarme und unter den Folgen eines blutigen Bürgerkriegs leidende ostafrikanische Land ist gegen die Piraten machtlos.   Der NATO-Einsatz findet im Rahmen der schon länger beschlossenen erstmaligen Entsendung von NATO-Schiffen nach Südostasien statt. Die sieben Schiffe sollen diesen Montag das Mittelmeer verlassen und über Suezkanal und Rotes Meer in das nordostafrikanische Dschibuti gelangen. Von dort aus startet die Mission einen ersten, 23 Tage dauernden Einsatz gegen Piraten. Anschließend fahren die Schiffe zu einem Manöver mit der pakistanischen Marine nach Karatchi, zu einer Marine-Ausstellung nach Singapur sowie einem Manöver mit der australischen Marine nach Perth. Auf dem Rückweg sollen die Schiffe erneut Piraten bekämpfen. Der Einsatz endet Anfang Juli.   Die Bundeswehr hat vom Bundestag lediglich ein Mandat für die EU-Mission «Atalanta». Deshalb müssen die beiden deutschen Schiffe während der Etappen im Golf von Aden anstelle der NATO- die EU-Flagge hissen. Insgesamt kreuzen dann vier deutsche Schiffe in der Region. Der erste NATO-Einsatz gegen Piraten endete im Dezember.

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