„Courage“ vor ungewisser Zukunft

Die 1991 gebaute „Courage“ liegt seit mehr als drei Monaten im Bremerhavener Überseehafen am Schuppen F/G auf, Foto: Eckardt
Der Autotransporter „Courage“ der Reederei American Roll-On Roll-Off Carrier (ARC) steht vor einer ungewissen Zukunft. Der RoRo-Frachter liegt seit mehr als drei Monaten im Bremerhavener Überseehafen am Schuppen F/G auf.
Auf dem 1991 gebauten Schiff war es Anfang Juni vor der englischen Kanalküste auf dem Weg von Bremerhaven an die US-Ostküste zu einem Brand im Laderaum gekommen. Der bis zu 5910 Standard-Pkw fassende Autotransporter kehrte zur Schadensbegutachtung nach Bremerhaven zurück. Der Brand konnte seinerzeit mit bordeigenen Mitteln mit CO2 von der Crew gelöscht werden, jedoch wurde ein Großteil der Ladung, darunter mehr als 400 Pkw und Umzugskisten von US-Armeeangehörigen, die in die USA zurückversetzt wurden, vernichtet oder durch Ruß beschädigt. Die Auswirkungen des Brandes sind außen an der Bordwand noch zu erkennen, dort ist im oberen Bereich aufgrund der Hitzeentwicklung im Inneren des Schiffes die Farbe abgeplatzt.
Nach der Ladungslöschung erfolgte eine Begutachtung von Fachleuten und Werftvertretern, seitdem ist an dem Schiff aber nichts weiter passiert. Wie ein Unternehmenssprecher von ARC nun dem THB mitteilte, gibt es derzeit noch verschiedene Überlegungen über die weitere Verwendung der „Courage“, abschließend sei dazu aber noch nichts entschieden. Somit könnte der Frachter noch repariert oder im schlimmsten Fall verschrottet werden.
Gebaut wurde die 202 Meter lange und 32 Meter breite „Courage“ im Jahr 1991 für die schwedische Wallenius Lines als „Aida“ auf der japanischen Werft Hitachi Zosen Maizuru. 2005 erfolgte die Übertragung des Schiffs mit einer Tragfähigkeit von 29.213 Tonnen an die amerikanische Reederei ARC. Auch das baugleiche Schwesterschiff, die im Jahr 1992 gebaute „Otello“, wird mittlerweile von ARC als „Integrity“ unter amerikanischer Flagge betrieben.
Die 1990 gegründete ARC gehört wie die Reedereien Eukor, UECC und WWL zur weltweit tätigen Wallenius Wilhelmsen Gruppe, die derzeit sieben Autotransporter vornehmlich im Transport von Militärgütern im Liniendienst zwischen Europa beziehungsweise dem Pazifikraum und den USA einsetzt. Bei freien Kapazitäten wird auch zivile Ladung mitgeführt. Im Europa-Verkehr werden derzeit fünf Schiffe eingesetzt. CE/fab