Hapag-Lloyd parkt drei Mega-Boxer

Im Zuge der Anpassung der Fahrpläne auf den Asienrouten hat die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd drei ihrer zehn Großfrachter der „Hamburg Express“-Klasse vor dem taiwanischen Hafen Kaohsiung aufgelegt.

Dort liegen seit Anfang März die „New York Express“, die „Ulsan Express“ und die „Basle Express“ auf der Außenreede vor Anker. Die drei Frachter von Hapag-Lloyd waren erst 2012 und 2013 als Teil einer Zehnerserie von der koreanischen Werft Hyundai Heavy Industries gebaut worden. Mit 366 Metern Länge und einer Ladekapazität von 13.600 TEU sind es die größten Einheiten der Hamburger Reederei.

Im Februar hatte Hapag-Lloyd angekündigt, aufgrund veränderter Nachfrage im Markt würden die Mitgliedsreedereien der G6 Alliance weitere Rundreisen zwischen Asien und Europa streichen (THB 23. Februar 2016). Die Veränderungen betreffen zunächst den Dienst Loop 6 ab Woche 8 über einen Zeitraum von elf Wochen.

In diesem Dienst waren auch Schiffe der „Hamburg Express“-Klasse im Einsatz. Um eine weitere Abdeckung zu gewährleisten, wurden nach Mitteilung von Hapag-Lloyd die Häfen Kaohsiung, Xiamen, Shekou, Hongkong, Colombo, Antwerpen und Jebel Ali in die Dienste der Loops 4 und 5 integriert. Ab Mitte Mai soll der Loop 6 wieder aufgenommen werden. Die Containerverkehre von China nach Europa und Nordamerika leiden. Zur G6 Alliance zählen derzeit APL, Hapag-Lloyd, Hyundai Merchant Marine, Mitsui O.S.K. Lines, Nippon Yusen Kaisha and Orient Overseas Container Line.

Die wirtschaftliche Abschwächung in China sorgt bei vielen Reedereien für Auflieger. So liegen neben den drei Hapag-Lloyd-Frachtern noch 14 weitere große Containerschiffe unterschiedlicher Reedereien auf der Außenreede von Kaohsiung. Die Zahl aufliegender Containerschiffe nähert sich dem höchsten Stand seit mehreren Jahren. Seit Januar nahm der Wert deutlich zu. Mehr als 320 Frachter liegen derzeit auf Reede, ist aus Marktkreisen zu hören. Das entspricht mehr als sechs Prozent der weltweiten Flotte. Ein ähnlich hoher Wert war zuletzt Anfang 2014 mit 6,6 Prozent erreicht worden. Die Tendenz ist jetzt weiter steigend, denn die Nachfrage im Containersektor bleibt relativ schwach, und auch hinsichtlich der Überkapazitäten ist keine Entspannung in Sicht (THB 24. März 2016).

Hapag-Lloyds-Vorstandschef Rolf Habben Jansen teilte auf der Bilanzkonferenz vergangene Woche dennoch mit, der bisherige Geschäftsverlauf 2016 entspreche den Erwartungen. Die aktuelle Konsolidierung in der Linienschifffahrt und die anstehende Neuordnung der Allianzen würden für mehr Stabilität im Markt sorgen (THB 24. März 2016). FB/fab

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