„Titan“ von Heinz Corleis an JSP

Das Feederschiff „Titan“ (1122 TEU) gleich nach seiner Ablieferung als „Hispaniola“, Foto: Hasenpusch
Die im vergangenen Jahr von den Jorker Reedereien Becker und Kahrs gemeinsam mit Lubeca Marine (Lübeck) und der Jebsen Group (Hongkong) in Jork gegründete Reederei JSP Jebsen Shipping Partners hat jetzt ihr zweites Schiff übernommen.
Nach dem Kauf des 1114-TEU-Containerfrachters „JSP Levante“ (ex „El Toro“, IMO 9330264) von der Delphis-Gruppe im Herbst 2015 hat JSP die „Titan“ (IMO 9126998) von der in Stade ansässigen Reederei Heinz Corleis erworben und am 19. Mai im tunesischen Hafen Bizerta übernommen. Für den als sechste von neun Schwestern des Typs „VW 1100.1“ 1996 auf der Volkswerft Stralsund vom Stapel gelaufenen 14.587-Tonner mit einer Stellplatzkapazität von 1122 TEU und zwei 45-Tonnen-Bordkranen des Hamburger Herstellers NMF sollen nach unbestätigten Maklerinformationen rund 1,7 Millionen Dollar gezahlt worden sein.
Der 157 Meter lange, 23,50 Meter breite und 9,30 Meter tiefgehende 12.029-BRZ-Frachter, der mit einer 10.920 Kilowatt leistenden Sulzer-Maschine 19,5 Knoten laufen kann, wird am 16. August 2016 zwanzig Jahre alt. „Das Schiff wurde von dem weiterhin für das technische Management zuständigen Reeder Heinz Corleis, seinem Kapitän Hartmut Scholl, der schon auf der Jungfernreise an Bord war, und dem Chief in einem hervorragenden Pflegezustand gehalten. Wir glauben deshalb, dass wir es noch einige Jahre erfolgreich betreiben können“, sagte ein JSP-Sprecher dem THB. Die mit der „Titan“ vertraute deutsche Schiffsleitung habe man übernommen. Die „Titan“ ist noch drei Monate zu einer Tagesrate von rund 7000 Dollar an die italienische Evergreen-Tochter Italia Marittima verchartert. Sie wird Ende August in Piräus zurückgeliefert und verholt dann zur Erneuerung der Klasse und Umbenennung in „JSP Titan“ an eine Werft in der Region Türkei/Schwarzes Meer.
Einen wesentlich größeren Reparaturbedarf als bei der 20 Jahre alten „Titan“ hatte JSP bei der Inspektion mehrerer wesentlich jüngerer Einheiten in den vergangenen Monaten festgestellt. Unter anderem bestand Interesse an dem 2003 in China gebauten 8000-Tonner „Amstel Trader“, der schließlich für 3,25 Millionen Dollar nach Vietnam verkauft worden ist. Er ist heute als „Vietsun Integrity“ in Saigon beheimatet. ED