Beim Scrubber auch an Feuerschutz denken
Schiffseigner, die Scrubber nachrüsten wollen, um die neuen Schwefelemissionsvorschriften zu erfüllen, sollten zuvor die Kapazität der Feuerlöschanlage an Bord überprüfen. Darauf weist Dagfinn Aas von Survitec Fire Solutions, einem britischen Zulieferer für Sicherheitslösungen, hin.
Auch wenn die entsprechenden Sicherheitsvorschriften der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO bei der Nachrüstung von Abgaswäschern nicht ausdrücklich zusätzliche Brandbekämpfungskapazitäten vorschreiben würden, erfordere jede Vergrößerung des Maschinenraums auch einen Ausbau der Feuerlöschanlagen, meint Aas.
„Wenn ein Scrubber in einem völlig separaten Raum installiert wird und beispielsweise mit einem Schott zum Maschinenraum hin abgegrenzt wird, dann ist möglicherweise kein zusätzliches Feuerlöschsystem erforderlich“, so Aas weiter. In anderen Fällen sollten jedoch zusätzliche Düsen an die vorhandenen CO2-Leitungen angeschlossen werden, die den Bereich rund um den Scrubber abdecken, oder es sollten weitere Flaschen mit dem feuererstickenden Kohlenstoffdioxid (CO2) installiert werden. „Wir haben jedoch auch Nachrüstungen von Scrubbern begutachtet, die völlig neue Feuerlöschsysteme erforderten. Alles hängt von den Berechnungen zur möglichen CO2-Konzentration ab“.
Bei einem CO2-Feuerlöschsystem basiere die Kapazitätsberechnung auf einer Konzentration von 40 Prozent des feuererstickenden Kohlenstoffdioxids für den gesamten Bruttoraum ohne das Volumen der im Maschinenraum installierten Anlagen oder auf einer Konzentration von 35 Prozent des Bruttovolumens mit allen Anlagen.
„Bei dem für die Unterbringung des Scrubbers nötigen Ausbau des Maschinenraums müssen zudem neue Durchflussberechnungen durchgeführt werden, um zu überprüfen, ob das neue System die richtige Gasmenge innerhalb der erforderlichen zwei Minuten ausstößt“, führt Sicherheitsexperte Aas weiter aus. „Außerdem sind die Zeichnungen zur Genehmigung an die Klassifikationsgesellschaft zu schicken, bevor die Installation erfolgen kann.“
Während die meisten Upgrades des stationären Feuerlöschsystems an Bord relativ einfach seien und lediglich zusätzliche CO2-Flaschen, Düsen und weitere Rohrleitungen erforderten, hätten einige Projekte komplette Umbauten der Feuerschutzeinrichtungen oder ein völlig separates Feuerlöschsystem nötig gemacht. Aas rät zu rechtzeitiger Planung, da oftmals die Werftkapazitäten für alle Arbeiten, die über den Scrubbereinbau hinausgehen, begrenzt sind: „Eine Werft in Shanghai, die wir kürzlich besucht haben, hat allein in diesem Jahr 80 Schiffe für den Einbau von Abgaswäschern im Orderbuch. Das lässt nicht viel Raum für andere Projekte wie den parallelen Ausbau der Löschkapazität.“ bo