Erleichterung für „Red Jet 7“

Die „Red Jet 7“ hat ein neuartiges, hochpräzises Positionierungssystem von Azurtane an Bord, Foto: Red Funnel

Das System soll Wegpunkte-Navigation und Anlegemanöver erleichtern, Foto: Red Funnel
Der auf maritime Umwelttechnologien spezialisierte Dienstleister Azurtane mit Sitz in Southampton hat ein innovatives Schiffspositionierungssystem für Schnellfähren entwickelt.
In Zusammenarbeit mit Red Funnel, der Fährgesellschaft der Isle of Wight, haben dieser Tage erste Versuche mit der neuen Hochgeschwindigkeitsfähre „Red Jet 7“ der Reederei begonnen. Die neue Technologie von Azurtane soll in der Lage sein, Schiffe mit einer Toleranz von nur vier Zentimetern an einem bestimmten Ort, wie beispielsweise dem Fähranleger, zu positionieren.
Nach Ansicht des Azurtane-Geschäftsführers Don Gregory gibt es für Fährbetreiber zwei entscheidende Aspekte, um einen effizienten Hochgeschwindigkeitsfährverkehr durchführen zu können: „Zum einen muss das Schiff seine Wegpunkte, also fiktive Zwischenziele, mit nur wenigen Sekunden Spielraum erreichen, wenn es pünktlich ankommen soll“, sagt er. Das zu erreichen sei jedoch nicht so einfach, denn: „Nur schneller zu fahren, um verlorene Zeit aufzuholen, wäre unbefriedigend. Das würde nur die Kraftstoffkosten und die CO2-Emissionen erhöhen. Das Geheimnis besteht darin, sich der äußeren Faktoren bewusst zu sein, die die Fähre verzögern können, wie Gezeiten, Strömungen, Wind und andere Schiffe im Solent.“ Die Minimierung des Kraftstoffverbrauchs für die Ansteuerung jedes einzelnen Wegpunktes, wie sie jetzt von Azurtane über mehrere Jahre entwickelt wurde, könne den Schiffsbetrieb deutlich effizienter gestalten.
Die zweite zeitkritische Herausforderung, so Gregory, ist das bereits erwähnte Anlegemanöver: „Im Gegensatz zu einem Bus kann die Fähre nicht einfach Ruder legen und in die Haltestelle einfahren. Das Manövrieren erfordert viel Geschick und Erfahrung, wenn es darum geht, in kürzester Zeit mit minimalem Kraftstoffverbrauch und ohne Beschädigung des Schiffes anzulegen.“
Hierfür hat Azurtane ein Positionierungssystem entwickelt, das wie das Fliegen einer Drohne anzuwenden sein soll: „Mit dem Unterschied, dass der Kapitän an Bord steht.“ Dieses neu entwickelte Werkzeug zeige dem Schiffsführer bis auf wenige Millimeter genau an, wo sich die Schnellfähre in Bezug auf den Kai befindet. Das spare viel Zeit und vermeide Beschädigungen an Rumpf und Kaianlagen. Das ermögliche einen sichereren Fährbetrieb und reduziere zugleich dessen CO2-Emissionen.
Die Reederei Red Funnel hatte die „Red Jet 7“ im August 2017 geordert. Am 6. Juni 2018 lief der Katamaran schließlich bei der Wight Ship yard in East Cowes auf der Isle of Wight vom Stapel. Als Schwesterschiff der „Red Jet 6“ ist sie rund 41 Meter lang und knapp 11 Meter breit. An Bord ist Platz für 277 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder. Vier MTU-Motoren der 2000er-Serie mit einer Gesamtleistung von 3600 Kilowatt sowie vier Waterjets von Hersteller Hamilton ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 38 Knoten. bo/ger