MTU entwickelt Gasmotor für Arbeitsschiffe

Zertifizierte Serien-Gasmotoren für die kommerzielle Schifffahrt, Foto: MTU
Der Friedrichshafener Motorenhersteller MTU hat insbesondere für den Einsatz auf Schleppern, Schubbooten, Fähren und Spezialschiffen einen neuen Gasmotor vorgestellt. Gleichzeitig befasst sich das Unternehmen zunehmend mit der Elektrifizierung von Antrieben.
Von 2018 an will MTU den neuen 16-Zylinder-Gasmotor mit einem Leistungsspektrum von 1500 bis 2000 Kilowatt anbieten. Für Kunden, die weniger Leistung und einen kompakteren Antrieb benötigen, wird nach Herstellerangaben eine Achtzylinderversion im Leistungsspektrum von 750 bis 1000 Kilowatt folgen. Aufgrund seines Beschleunigungsverhaltens, seiner Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit soll er vor allem für Schlepper, Fähren, Schubboote und Forschungsschiffe geeignet sein. Das Verbrennungskonzept sorgt laut MTU für einen effizienten Kraftstoffeinsatz und ermöglicht die Einhaltung der IMO-III-Abgasnormen ohne zusätzliche Nachbehandlung. Zur Erreichung der strengeren EPA Tier 4-Norm wird zusätzlich ein kompakter und motornah integrierter Oxidationskatalysator eingesetzt. bo
Enormer Nutzen für Schlepper
Drei Fragen an Stefan Müller, Leiter Application Center Marine & Offshore bei MTU
THB: Welche Vorteile bringen E-Drive-Systeme?
Müller: Dazu zählen geringere Betriebskosten, mehr Komfort, weniger Geräuschemissionen, bessere Beschleunigung und besseres Manövrierverhalten.
THB: Welche Lösungen bietet MTU im Bereich der Hybridantriebe für Schiffe?
Müller: Bei der Entwicklung der E-Drive-Serienlösung für Schiffe nutzt MTU Erfahrungen aus dem Marine-Projektsystemgeschäft und das Know-how aus dem Bahnbereich. Unsere Hybridantriebe für Schiffe werden modular aufgebaut und decken je nach Dieselmotor-Baureihe elektrische Leistungen von 100 bis 600 kW je Antriebsstrang ab. Wir bieten dazu eine qualifizierte Serienlösung, die die mechanischen und elektrischen Komponenten über die MTU-Automation optimal verbindet.
THB: Für welche Anwendungen sind E-Drive Systeme besonders interessant?
Müller: Vor allem für Schlepper. Das Manövrierverhalten und deutlich gesenkte Life-Cycle-Kosten machen E-Drives für dieses Segment attraktiv. Aber auch für Patrouillenboote können Hybridantriebe aus wirtschaftlichen Gründen von Vorteil sein.
