Optimierte Bunkerstrategie

Der „BunkerPlanner“ soll künftig für die gesamte Flotte zum Einsatz kommen. Hier die „Nordic Copenhagen“, Foto: Tony Zech
Die Chemikalientankerreederei MOL Nordic Tankers (Singapur) nutzt künftig für die gesamte Flotte das Analysetool BunkerPlanner für den optimierten Einkauf und die Lieferung von Schiffskraftstoffen.
Entwickelt wurde die IT-Lösung gemeinschaftlich vom US-amerikanischen maritimen Energieversorgungsberater 2020 Marine Energy und dem dänischen Softwarehaus BunkerMetric.
Wie die beiden Unternehmen jetzt mitteilten, ging der Entscheidung ein erfolgreicher Pilotversuch voraus, an dem bis Ende 2018 fünf Einheiten von MOL Nordic Tankers beteiligt waren. Die Bunkerkosten sollen mit dem Analysetool um zwei bis vier Prozent gesenkt werden können. Möglich werden diese Einsparungen, indem die Software der Reederei hilft, den optimalen Zeitpunkt und idealen Ort für das Bunkern eines jeden Schiffes individuell festzusetzen.
2020 Marine Energy und BunkerMetric haben erst kürzlich ein Joint Venture vereinbart, um die Bunker Planner-Lösung gemeinsam zu vermarkten. Der Zeitpunkt für das neue Angebot ist günstig gewählt: Im Rahmen der ab 2020 global gültigen Schwefelobergrenze werden viele Reeder gezwungen sein, teurere Destillate und destillatbasierte Produkte zu bunkern, um die neuen Werte einzuhalten.
BunkerPlanner berücksichtigt nach Angaben seiner Entwickler eine Reihe von Faktoren, die sich auf Bunker entscheidungen auswirken: Kraftstoffpreisprognosen, Handelsrouten, Beladezustände, Schiffsgeschwindigkeiten, Kraftstoffverbräuche, Produktspezifikationen, Transitzeiten in Emissionskontrollgebieten (ECAs) und Bunkerkapazitäten an Bord. Mit diesen Kriterien werde dann unter Verwendung proprietärer Simulations- und Optimierungsalgorithmen für jedes der Schiffe von MOL Nordic Tankers ein optimaler Bunkerplan erstellt. Er gibt die Menge jedes Kraftstofftyps vor, die bei bestimmten Hafenanläufen gebunkert werden.
„Viele Reeder werden nicht nur mit den steigenden Betriebskosten, sondern auch mit den lokalen Verfügbarkeiten zu kämpfen haben, sobald die globale Schwefelobergrenze umgesetzt ist“, erwartet Per Funch Nielsen, Senior Associate bei 2020 Marine Energy. Der BunkerPlanner stelle für viele Reeder eine Möglichkeit dar, ihre Treibstoffkosten zu senken, ohne erhebliche Anfangsinvestitionen oder Ausfallzeiten beispielsweise beim Einbau von Abgasnachbehandlungsanlagen (Scrubbern) zu verursachen.
Für Andreas Sund Poulsen, Vice President Global Operations bei MOL Nordic Tankers, ist die Einführung des BunkerPlanners auch eine logische Konsequenz der zunehmenden Digitalisierung: „Es ist wichtig, dass wir neue Technologien und Innovationen nutzen. Der Zugang zu Daten, die uns bei der Entscheidung helfen, wie, wann und wo wir unseren Kraftstoff kaufen, ist von unschätzbarem Wert.“
Für MOL Nordic Tankers wird derzeit ein Web-Interface entwickelt, das in die anderen Schiffsmanagement- und Beschaffungssysteme der Reederei integriert werden kann, um eine vollständige Optimierung zu gewährleisten. bo
„Es ist wichtig, dass wir neue Technologien und Innovationen nutzen“
Andreas Sund Poulsen
MOL Nordic Tankers
