Selbstentlader mit Hybridantrieb

Premiere: Die Neubauten sollen die ersten Selbstentlader mit Hybridantrieb werden, Rendering: Wärtsilä
Auf der niederländischen Werft Royal Bodewes entstehen bis Ende 2021 zwei neue Selbstentlader. Für die Reederei und Auftraggeber Aasen Shipping werden es mit 9300 tdw die bislang größten Massengutfrachter der eigenen Flotte. Jetzt ist außerdem klar: Der finnische Technologiekonzern Wärtsilä liefert das Hybridantriebssystem. Damit werden die beiden Neubauten die ersten ihrer Art, die mit einer Hybridlösung ausgestattet sind, teilte Wärtsilä mit.
Der Entscheidung für die Batteriesysteme war eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung in Zusammenarbeit mit Aasen Shipping vorausgegangen. Das Ergebnis spricht für sich: „Die Studie ergab, dass die zusätzlichen Investitionen für die Batterieanlage durch die hohen möglichen Treibstoffkosteneinsparungen mehr als ausgeglichen würden“, hieß es bei Wärtsilä.
Von der Batterielösung sollen – zusätzlich zur Nutzung während der Fahrt – auch die bordeigenen Bagger der Massengutfrachter profitieren. Während der Lade- und Löschvorgänge würden sie elektrisch über die Batterien angetrieben. Auf den Einsatz von Diesel, der sonst üblich sei, könne damit verzichtet werden. Das spare Treibstoff und reduziere die Emissionen, wie Wärtsilä weiter erklärte. So rechnet Aasen Shipping mit 400 Tonnen weniger ausgestoßenem CO2 pro Jahr.
Wärtsilä wird die bestellten Systeme nach eigenen Angaben Mitte 2021 liefern. Die Investition in die Hybridlösung wird gefördert durch das norwegische Staatsunternehmen Enova SF, das den Übergang zu einer umwelt- und klima freundlicheren Energiewirtschaft vorantreiben will.
Indes hat Wärtsilä am Donnerstag seinen Jahresbericht für 2019 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass das Unternehmen auf ein wirtschaftlich schwächeres Jahr zurückblicken muss. So hat der Konzern einen Vorsteuergewinn von 315 Millionen Euro verbucht – das sind 37 Prozent weniger als 2018. Und auch der Wert von Neuaufträgen liegt mit rund 5,3 Milliarden Dollar 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Orderbuch insgesamt standen zum Jahresende noch Aufträge mit einem Volumen von knapp 5,9 Milliarden Euro – ebenfalls 5 Prozent weniger als im Vorjahr.
Wärtsilä-President und CEO Jaakko Eskola sprach rückblickend von einem „schwierigen Nachfrageumfeld“ und einer „schlechten finanziellen Performance“ im vergangenen Jahr. Höhere Umsätze sowohl im Equipment- als auch im Servicegeschäft hätten zwar zu einem stabilen Nettoumsatz (rund 5,2 Milliarden Euro) geführt. Kostenüberschreitungen in mehreren Projekten, „die auf ungenaue Annahmen in den Kostenschätzungen, unzureichende Risikoermittlung und lieferantenbezogene Herausforderungen zurückzuführen waren“, hätten jedoch deutlich auf das Ergebnis gedrückt. ger