Brüssel bezuschusst Scrubber-Einsatz

Die deutsch-dänische Fährreederei-Gruppe Scandlines erhält Gelder aus Brüssel, um damit auch die beiden neuen Fähren „Copenhagen“ und „Berlin“ mit moderner Abgasreinigung nachzurüsten.
Die derzeit in der Endausrüstung befindlichen Hybrid fähren werden künftig auf der wichtigen Route Rostock–Gedser verkehren. Insgesamt 6,3 Millionen Euro betragen die Zuwendungen der EU für Kauf und Einbau der Abgaswäscher, die als sogenannte „Closed-Loop-Scrubber“ wirken, sowie für den Aufbau einer entsprechenden Entsorgungsinfrastruktur in den beiden Start- und Zielhäfen. Denn im Zuge des Abgasreinigungsprozesses fallen ebenfalls Rückstände an, die aufgefangen und fachgerecht entsorgt werden müssen.
Die Reederei-Gruppe nutzte die Möglichkeiten des neu eingerichteten EU-Infrastrukturförderfonds „Connecting Europe Facility“ (CEF) und bewarb sich im vergangenen Jahr mit dem konkreten Projekt. Mit Erfolg. Ein wesentliches Ziel dieses Förderinstrumentes ist es, grenzüberschreitende Transportkorridore zu unterstützen. Scandlines-CEO Søren Poulsgaard Jensen freut sich über den positiven Förderbescheid aus Brüssel: „Wir sind stolz und freuen uns über die Anerkennung durch die EU.“ Das sei auch Ausdruck der besonderen „Wertschätzung der Arbeit, die wir leisten, um die Nutzung unserer Fähren noch umweltfreundlicher zu gestalten“.
Ein wesentliches Ziel ist es, den Treibstoffverbrauch der beiden Neubauten für die Traditionsachse Rostock–Gedser zu optimieren und gleichzeitig den gestiegenen Umweltanforderungen im sensiblen Fahrtgebiet Ostsee zu entsprechen. Zu diesem Zweck wird das bereits auf den Puttgarden-Rødby-Fähren installierte und international anerkannte Hybrid-Antriebssystem von Scandlines auf den Neubauten installiert – ergänzt um die Abgaswäscher.
2013 führte Scandlines als weltweit erste Fährreederei ein Hybrid-Antriebssystem ein. Es ermöglicht unter anderem, dass in großem Maßstab überschüssige Energie in Batterien an Bord gespeichert werden kann. Die umweltfreundlichen Umrüstungen der Fähren auf der Vogelfluglinie werden bereits als sogenannte „Motorways of the Sea“ durch die EU unterstützt. Die Reederei arbeitet nach eigener Darstellung hart an der Vision, eines Tages zu einem „Zero-Emission“-System zu kommen, also ein vollständig emissionsfreies Fährsystem verfügbar zu haben.
Die Reederei transportierte 2014 mit ihren zwölf Fähren insgesamt 14,8 Millionen Passagiere, 3,2 Millionen Pkw, 900.000 Frachteinheiten sowie 60.000 Busse auf den Kernrouten Puttgarden–Rødby (Vogelfluglinie), Rostock–Gedser und Helsingør–Helsingborg. EHA
