Endspurt für Workshop „Mehr Meer“

Die Helmholtz-Gemeinschaft lädt die 20 besten Schüler-Bewerber nach Helgoland ein (Foto: Pixabay, SL Fotografie)
Das Ende der Bewerbungsfrist für den Ozeanworkshop „Mehr Meer“ rückt näher.
Noch rund drei Wochen, nämlich bis zum 31. März, haben Schüler ab 16 Jahren die Möglichkeit, sich bei der Helmholtz-Gemeinschaft für einen zweiwöchigen Workshop über Meeres- und Klimaforschung auf Helgoland zu bewerben.
Seit Anfang Dezember haben die Institute bereits Bewerbungen von Schülern aus ganz Deutschland entgegengenommen. Dabei seien vor allem auch Schreiben aus küstenfernen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern eingegangen, wie Dr. Joachim Dengg, Workshop-Koordinator des Geomar Forschungszentrums in Kiel, dem THB mitteilte.
Geomar, das Alfred-Wegener-Institut (AWI) und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HGZ) legen dabei auch großen Wert auf die Initiative der Bewerber. So möchte die Gemeinschaft erfahren, bei welchen Themen rund um die Erforschung, Nutzung und den Schutz der Meere die Jugendlichen persönlich in den nächsten Jahren Handlungsbedarf sehen – und wie sie sich dort eine sinnvolle Balance dieser zum Teil widersprüchlichen Interessen vorstellen könnten.
Kreative Beiträge
Dabei nehmen die Helmholtz-Zentren außer einem schriftlichen Aufsatz auch andere kreative Beiträge wie Videos, Comics oder Poster an. „All diese Möglichkeiten wurden bereits genutzt“, freute sich Dengg über das Engagement der Bewerber.
Im April werden dann die 20 Besten ausgewählt und auf Deutschlands einzige Hochseeinsel eingeladen. Auf die Frage, was die Schüler dort erwartet, scherzte Dengg: „Arbeit ohne Ende.“ Tatsächlich gehe es allen voran darum, mit den Jugendlichen verschiedene Themen aus der Meeres- und Klimaforschung im Experiment und in der Theorie zu erkunden. Auch Ausfahrten, um Wasserproben zu entnehmen und anschließend auszuwerten, stünden auf dem Programm.
Aber auch das soziale Klima soll stimmen. „Wir wollen schließlich auch eine gute Zeit zusammen haben“, sagte der physikalische Ozeanograph. Deshalb arbeiten die Organisatoren schon frühzeitig an einem Freizeitprogramm für die Teilnehmer, in dessen Rahmen auch ein Besuch auf der Helgoland-Düne oder das Erkunden der Bunkeranlagen auf der Insel vorgesehen ist.
Experimentierfreude
Dr. Antje Wichels vom Schülerlabor „Opensea“ des AWI bestätigt den Ansatz: „Natürlich muss Arbeit auch Spaß machen, wenn sie gute Ergebnisse liefern soll.“ Bei dem Workshop werde es nicht um Zahlen und Fakten gehen, sondern um Neugier und Experimentierfreude. Und nach Sichtung der ersten Bewerbungen sei bereits klar, dass es den Jugendlichen daran nicht mangelt. „In den Schreiben“, sagte Dr. Sabine Mendach vom Schülerlabor „Quantensprung“ des HGZ, „tauchen zum Teil spannende Fragestellungen aus der Ozeanforschung auf, die wir gar nicht erwartet hatten“. Die Themenauswahl der Jugendlichen gehe beispielsweise auch über das in den Medien vorherrschende Problem des Plastikmülls hinaus, fügte Dengg hinzu. Die bisher eingegangenen Bewerbungen seien aus qualitativer Sicht also positiv aufgefallen.
Trotzdem: Noch stehen den Bewerbern alle Türen offen. Denn eine finale Auswahl wird erst nach Ende der Bewerbungsfrist getroffen.
„Mehr Meer“ findet erstmalig vom 3. bis zum 16. September beim AWI auf Helgoland statt, Die Aktion ist für die Teilnehmer komplett kostenfrei. Der Workshop wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016/17 „Meere und Ozeane“ gefördert. ger
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