Hamburg Süd überzeugt mit IT-System

Transparenz hat einen Preis: den „Hanse Globe“ der Logistik-Initiative Hamburg (LIHH). 2015 ist der Preisträger die Traditionsreederei Hamburg Süd.

Am Mittwochabend gab die LIHH auf dem Logistik Dinner im Hamburger Rathaus bekannt, dass auch in diesem Jahr wieder ein Unternehmen der maritimen Verbundwirtschaft für ihr Umweltengagement ausgezeichnet wird. Den Preis überreichte Prof. Dr. Peer Witten, LIHH-Vorstandsvorsitzender, in Anwesenheit von Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch vor mehr als 300 geladenen Gästen im Großen Festsaal des Rathauses an Dr. Ottmar Gast als Sprecher der Geschäftsführung bei Hamburg Süd. Moderiert wurde der Abend von Oliver Detje, Verlagsleiter DVV Media Group (THB, DVZ).

Bei der Ermittlung des geeigneten Bewerbers beschäftigte sich die aus namhaften Logistikfachleuten zusammengesetzte Jury unter anderem mit Aspekten wie dem Innovationsgrad, der Wirkung und Reichweite des Projektes, der Übertragbarkeit auf andere Unternehmen und dem Verhältnis von Aufwand zu Nutzen. So erhielten in der jüngeren Vergangenheit zum Beispiel Hapag-Lloyd, die DPD Dynamic Parcel Distribution und die Hamburg Port Authority (HPA) den Preis.

Auch wenn die Reedereien bei den Bunkerkosten dank des seit Monaten niedrigen Ölpreises etwas Luft bekommen – mittel- und langfristig werden auch die Brennstoffkosten wieder anziehen. Wohl dem Unternehmen, das über die erforderlichen Instrumente verfügt, um auf den optimalen Treibstoffverbrauch Einfluss zu nehmen, und zwar sowohl auf den des einzelnen Frachters als auch auf den einer ganzen Flotte. Dass über einen geringeren Treibstoffverbrauch zudem noch weniger klimaschädliche Emissionen freigesetzt werden, ist der zweite wichtige Effekt.

Die Jury des „Hanse Globe“ hatte sich in diesem Jahr mit dem in den Wettbewerb eingereichten System „GLEM“ beschäftigt. Die Abkürzung steht für „Germanischer Lloyd Emission Manager“. Experten der Reederei arbeiteten an der Weiterentwicklung und Feinabstimmung auf die besonderen Anforderungen des in der Containerlinien- und Tramp-Fahrt tätigen Unternehmens mit. Immerhin: Die Hamburg-Süd-Gruppe verbraucht auf Jahresbasis rund zwei Millionen Tonnen Treibstoff.

Was mit GLEM machbar ist, beschrieb Boris Winkelmann, CEO des Paket- und Expressdienstleisters DPD und Jurymitglied: „Das Projekt liefert durch eine systematische, standardisierte und umfassende Erfassung der Verbrauchs- und Umweltdaten aller Containerschiffe der Hamburg Süd die Grundlage für Verbesserungen und ein effektives Bunker-Controlling.“ All das zusammen genommen bedeute „ein hohes Einsparpotenzial bei umweltbelastenden Emissionen wie CO

2

, Müll und Ballastwasser“.

Das System wird auf allen Schiffen eingesetzt und versorgt weltweit alle Hamburg-Süd-Standorte mit den Umweltdaten“. Das Schifffahrtsunternehmen des Bielefelder Oetker-Konzerns betreibt, wie verschiedene andere größere Reedereien der Fracht- und Kreuzschifffahrt inzwischen ein „Flottensteuerungszentrum“ , in dem die auf den verschiedenen Weltmeeren eingesetzten Schiffe und ihre Verbrauchsdaten in Echtzeit abrufbar sind. Nötigenfalls erfolgen über diese Zentralen konkrete Handlungsempfehlungen an die Schiffsführung.

Witten betonte, dass Hamburg Süd „mit dem Einsatz von GLEM eine Vorreiterrolle in der weltweiten Containerschifffahrt übernimmt“. Bislang gebe es im Markt kein vergleichbares System, das systematisch alle umweltrelevanten Informationen der eingesetzten Schiffe sammelt und analysiert“, ergänzte er. Für ihn ist damit klar: „Es zeigt die Innovationskraft unseres Standorts, dass die unabhängige Jury wieder einem Hamburger Unternehmen den Preis zugesprochen hat.“

Die Preisverleihung wurde von verschiedenen Reden flankiert. Sie fokussierten in diesem Jahr die Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für Deutschlands führenden Hafen - und Logistikstand ort.

Horch betonte, er glaube an „die ungemeinen Chancen, die ein solches Jahrhundert ereignis für Hamburg bietet“. Der Senat sei fest davon überzeugt, dass er für die „Olympiabewerbung das Gleichgewicht zwischen Innovation und Tradition, zwischen Gemeinschaft und Individuum, zwischen Stadt und Natur, zwischen Arbeit und Freizeit, zwischen Globalisierung und regionaler Identität gefunden hat“.

Eindringlich warb Horch vor den Wirtschaftsvertretern dafür, dass sich am 29. November in Hamburg beim vom Senat angesetzten Referendum eine klare Mehrheit der Bürger für diese Spiele ausspricht. Horch wörtlich: „Wenn Olympia gelingen soll, dann brauchen wir Sie alle.“ Dass mit der konkreten Umsetzung dieser Spiele erhebliche Umwälzungen auch auf diejenigen Teile der Hafenwirtschaft zukommen, die in dem für Olympia vorgesehenen Hafengebiet (Kleiner Grasbrook) angesiedelt sind, räumte Horch ein. Die Unternehmen könnten aber versichert sein, dass sie in diesem Prozess vom Senat nicht allein gelassen, sondern aktiv begleitet würden. Schon seit geraumer Zeit würden mit den betroffenen Firmen „vertrauensvolle Gespräche“ geführt (

siehe auch Frage der Woche auf Seite 16

). Hauptredner des Abends war Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Er stellte in seiner zwischendurch mit Beifall bedachten Rede klar, dass für Deutschland jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen sei, um sich für die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 zu bewerben. Deutschland erfreue sich einer florierenden Wirtschaft, solider Finanzen und auch stabiler politischer Strukturen. Und auch das stellte Hörmann klar: „Wenn wir es packen können, dann mit dieser Stadt.“ Hamburg sei damit so etwas wie „der Fahnenträger Deutschlands“. Auch er wünsche sich, dass Hamburgs Bürger am 29. November ein klares Signal für diese Spiele aussenden. EHA

Teilen
Drucken

Weitere Inhalte

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben