Hochdruck-SCR von MAN und Makita

Die Projektpartner von MAN Energy Solutions und Makita sind stolz auf den neuen Hochdruck-SCR, Foto: MAN Energy Solutions
Erstmals hat eine mit Hochdruck arbeitende Anlage zur Abgasnachbehandlung eine Klassifizierungszulassung erhalten. Das melden Makita und MAN Energy Solutions. Das unter dem Markennamen PBST gebaute „Selective Catalytic Reduction – High Pres sure“, also Hochdruck-SCR, hat im japanischen Makita-Werk den ClassNK-Zulassungstest bestanden. Dieses SCR-HP-System für Zweitaktmotoren gilt als das kompakteste seiner Art auf dem Markt.
„Die Ergebnisse des Prüfstandtests waren ziemlich spektakulär“, berichtete Ralph Kauning, Vizepräsident von PBST. Das SCR-HP-System unterschritt die derzeit gültigen NOx-Grenzwerte der IMO-III-Norm von 3,4 Gramm pro Kilowattstunde (g/kWh) um mehr als 1 g/kWh. Mithilfe speziell entwickelter Waben und Wabenmaterialien sowie einer integrierten Mischeinheit konnte die Gesamtgröße des Reaktors im Vergleich zu marktüblichen Modellen und seinem Viertakt-Pendant deutlich verringert werden. Das SCR-HP-System ist in sechs Rahmengrößen erhältlich und besteht aus dem Reaktor – einschließlich Mischeinheit, Harnstoff-Einspritzlanze, Waben und Rußgebläsen – sowie einer modular aufgebauten Zuführung der Steuereinheit für den Reaktor zur Kommunikation mit der eigentlichen Motorsteuerung.
Vier Exemplare für Schiffe, die mit Zweitaktmotoren ausgestattet sind, wurden bisher gebaut. Den ersten Motor hatte Kanax für einen neuen Massengutfrachter bestellt, der von der Werft Shin Kurushima Toyohashi Shipbuilding gebaut wurde. „Die Vertreter unseres Kunden, der Toyohashi-Werft, waren mit unserer Leistung sehr zufrieden“, sagte Yu Makita. Man könne nun einen leistungsstarken und umweltfreundlichen Makita Mitsui MAN-B&W-Motor anbieten. „Und das selbst im derzeitigen rauen Marktklima“, so Makita weiter.
PBST ging 2019 aus der Fusion von MAN Turbocharger und PBS Turbo hervor, entwickelt und fertigt jetzt in Augsburg Motorsysteme. tja
