Kein mobiler Landstrom aus LNG in Hamburg

Hamburg hat ein zukunftsweisendes Projekt für saubere Luft im Hamburger Hafen gekippt.

Wie aus der jetzt veröffentlichten Kleinen Anfrage des Hamburger FDP-Bürgerschaftsabgeordneten Michael Kruse an den Senat hervorgeht, „wäre die Anschaffung von PowerPacs durch die Freie und Hansestadt wirtschaftlich nicht sinnvoll“.

Bei diesen mobilen Stromgeneratoren handelt es sich um Standardcontainer, die mit einem LNG-Gasmotor, einem Generator sowie einem LNG-Tank und der nötigen technischen Infrastruktur ausgerüstet sind, um das Bordnetz von Schiffen mit elek trischer Energie während der Hafenliegezeiten am Terminal zu versorgen.

Im Rahmen eines Pilotprojektes hatten der Hersteller Becker Marine Systems, die Hapag-Lloyd AG und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) das System im vergangenen Jahr getestet.

Im ursprünglichen „Maßnahmenpaket Schifffahrt“ des Hamburger Luftreinhalteplans war vorgesehen, zusätzlich zu den vorhandenen Landstromanlagen bis zu neun PowerPacs an den Containerterminals in Betrieb zu nehmen. Dazu kommt es jetzt nicht mehr.

Nach Angaben des Senats seien noch nicht alle Herausforderungen für einen regelmäßigen Einsatz geklärt, wie beispielsweise die Zustimmung der Klassifizierungsgesellschaften, der Flaggenstaaten oder der Versicherungen. Zudem müssten bauliche und rechtliche Voraussetzungen durch die Reederei geschaffen werden, eine Bereitschaft für den Einsatz sei derzeit nicht erkennbar.

„Das PowerPac-System ist letztlich gescheitert, weil es nicht wirklich marktreif war“, betonte Dr. Alexander Geisler vom Verband Hamburger und Bremer Schiffsmakler gegenüber dem THB.

„Das liegt jedoch nicht an den Reedern, sondern an der falschen Planung der Behörden“, kritisiert der Verbandsgeschäftsführer. bo

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