LNG-Umschlag in Rotterdam erreicht neuen Rekordwert

Der Umschlag von verflüssigtem Erdgas (LNG) klettert in Rotterdam von Rekord zu Rekord.

Im vergangenen Jahr erreichte er nach Mitteilung der Hafengesellschaft Port of Rotterdam erstmals die Marke von 1,2 Millionen Tonnen. Damit legte diese Ladungsart um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresergebnis zu – ein Trend, der sich im ersten Quartal 2015 noch verstärkte. So wurden von Januar bis Ende März am neuen LNG-Terminal umgerechnet 517 000 Tonnen verflüssigtes Erdgas gelöscht – nach 217 000 Tonnen im Vorjahresquartal. Ein wesentlicher Grund für die Steigerung ist die Unsicherheit durch die Ukraine-Krise bei der Gasversorgung aus Russland.

Der Gate-Terminal wurde 2008 bis 2011 als Alternative zu den Gaspipelines nach Russ land von den niederländischen Firmen Nederlandse Gasunie (Gasunie) und Koninklijke Vopak (Vopak) gebaut. Der deutsche Energieversorger E.ON Ruhrgas hatte sich damals an dem Terminal einen Lieferanteil von drei Milliarden Kubikmeter Erdgas gesichert. Das reicht laut E.ON für die Versorgung von 1,5 Millionen Einfamilienhäusern. Das verflüssig te Erdgas wird auf dem Gelände für die Weiterleitung durch die Rohrnetze in den gasförmigen Zustand umgewandelt. Der Gate-Terminal kann pro Jahr derzeit etwa zwölf Millionen Kubikmeter Erdgas in die Pipeline-Netze einspeisen.

Damit Gate in Zukunft noch leistungsfähiger wird, soll ein LNG-Break-Bulk-Terminal gebaut werden. Die Baggerarbeiten dafür haben begonnen. Parallel dazu starteten die Arbeiten für ein neues Hafenbecken neben dem bestehenden Gate-Terminal auf der Maasvlakte.

Der neue Hafenteil soll Ende des Jahres ausgebaggert sein. Die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2016 vorgesehen. Dort sollen künftig Binnenschiffe, Bunkerschiffe und kleine LNG-Tanker für die Küstenfahrt beladen werden. Diese Schiffe sollen auch zur Bebunkerung von Seeschiffen in ganz Nordeuropa zum Einsatz kommen. 280 Beladungen pro Jahr sind am neuen Terminal geplant.

Der LNG-Terminal „Gas Access to Europe“ (Gate) hat im September 2011 seinen Betrieb aufgenommen. Dort können zwölf Millionen Kubikmeter Erdgas jährlich umgeschlagen werden. Die Anlage ist für die Abfertigung von 130 großen LNG-Schiffen pro Jahr ausgelegt. Ein großer Teil der Gaslieferungen kommt aus Nordnorwegen, Nordafrika und von der Arabischen Halbinsel. FB/fab

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