Nabu: LNG ist „schädlicher Irrweg“

Der Einsatz von LNG als Treibstoff für die Schifffahrt war schon umstritten, bevor er überhaupt richtig angelaufen ist: Befürworter sehen darin einen langfristigen Hoffnungsträger für sauberere Luft, Kritiker bezeichnen das verflüssigte Erdgas allenfalls als Brückentechnologie. Nun ist das Flüssiggas aber vielleicht nicht einmal mehr das.

Anlass zum Zweifeln gibt aus Sicht des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) eine neue Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT), der mit der Aufdeckung des VW-Abgasskandals im Jahr 2015 einen größeren Bekanntheitsgrad erlangte. So heißt es in der Studie: LNG als Schiffstreibstoff führt zu 70 bis 82 Prozent höheren Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Marinediesel.

Die Autoren der ICCT-Studie betrachten in ihrer Untersuchung die Treib hausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus, einschließlich des sogenannten Methanschlupfs. Das Ergebnis: Vor allem aufgrund dieser Freisetzung von Methan könnte der Einsatz von LNG im Vergleich zu Marinediesel die schädliche Klimawirkung der Schifffahrt über einen Zeitraum von 20 Jahren sogar steigern.

LNG gilt bislang als vergleichsweise umweltfreund lich, da der geringe Schwefelgehalt die Luftschadstoffbelastung durch die Schifffahrt deutlich reduziert. Als Klimaschutzmaßnahme kann dessen Einsatz aber nicht gewertet werden, sagte am Montag der Nabu-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener: „LNG ist heute ein schädlicher Irrweg und taugt auch nicht als Brückentechnologie, wenn der Treib hausgasausstoß gegenüber dem Status quo sogar ansteigt.“ Vielmehr müssten die heute getätigten Investitionen konsequent in klimafreundliche Antriebstechnologien fließen. „Höherer Effizienz, Windunterstützung, Batterien, Brennstoffzellen und synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbarem Strom gehört die Zukunft“, so Diesener. ger

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