Ölteppich bedroht Unesco-Welterbe

Die Bergung der „Solomon Trader“ zieht sich bereits seit Wochen hin, Foto: AMSA

Die Havarie des Massengutfrachters „Solomon Trader“ vor Rennell Island, Teil der Salomonen im Südpazifik, entwickelt sich für Umwelt und Bewohner zur Katastrophe. Seit mindestens Mitte Februar fließt Treibstoff ins Wasser. Inzwischen bedroht der Ölteppich auch das Unesco-Welterbe East Rennell, das größte gehobene Korallen-Atoll der Welt.
Roderick Brazier, Australiens Hochkommissar auf den Salomonen, sprach jetzt auf Twitter von einem Desaster und sicherte der Regierung der Inselgruppe Unterstützung zu, um die Unternehmen hinter dem Havaristen zur Verantwortung zu ziehen.
Die „Solomon Trader“ war Berichten zufolge bereits am 5. Februar vor Kangava Bay auf Grund gelaufen. Demnach sei der Carrier beim Ladevorgang mit Bauxit im Zyklon Oma auf das Riff getrieben worden. Bis heute traten australischen Medien zufolge zwischen 60 und 75 Tonnen Öl aus. Schätzungen der Australian Maritime Safety Authority (Amsa) befinden sich noch 600 Tonnen Treibstoff an Bord.
Die Bergungsarbeiten ziehen sich hin, auch wegen der Wetterlage in der ersten Februarhälfte. Doch die Salomonen verfügen nach Regierungsangaben nicht über die nötige Ausrüstung, um mit einer Havarie dieser Dimension umzugehen. Indes weist Bintan Mining als Charterer die Verantwortung von sich, unterstütze aber bei der Bergung. Mittlerweile seien Spezialisten aus Australien und den USA unterwegs zur Havariestelle. Eigner der „Solomon Trader“ ist Berichten zufolge die in Hongkong ansässige Reederei South Express. Aus aus tralischen Regierungskreisen ist zu vernehmen, dass es bislang nur wenig Einsatz für eine Bergung gegeben habe. Die Web site von South Express war am Donnerstag nicht öffentlich einsehbar.
Die 224 Meter lange „Solomon Trader“ entstand 1994 bei Hyundai Heavy Indus tries. East Rennell ist seit 1998 Unesco-Weltnaturerbe und gilt seit 2013 als bedroht. ger