Rückenwind aus Rotterdam

Der Hafenbetrieb Rotterdam begrüßt, wie die deutschen Reeder auch, ausdrücklich den von der Europäischen Kommission im Dezember 2019 vorgestellten Green Deal.

„Es ist gut, dass sich Europa in der Bekämpfung des Klimawandels ehrgeizige Ziele steckt, denn die Herausforderung ist groß“, betont Allard Castelein, CEO des Hafenbetriebs Rotterdam. Hintergrund: Bis 2050 soll Europa nach Vorstellung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als erster Kontinent klimaneutral und damit der globale Vorreiter beim Klimaschutz werden. Bis März kommenden Jahres will die Kommission die Klima neutralität in einem Gesetz festschreiben. Als Zwischenziel soll bis 2030 der Ausstoß von Treibhausgasen stärker sinken als bisher geplant, und zwar nicht mehr um 40, sondern um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 1990. Der Plan wird viele Bereiche umfassen, etwa die Industrie, die Energieversorgung, die Landwirtschaft oder den Verkehr. Eine Überlegung ist auch, den Handel mit Emissionszertifikaten auf den Schiffsverkehr auszuweiten.

„Mit der Zielsetzung einer 50- bis 55-prozentigen CO2-Senkung für das Jahr 2030 liegt Europa auf dem gleichen Vorgabeniveau wie die Niederlande. Dies trägt zu gleichen Wettbewerbsbedingungen für in Europa tätige Unternehmen bei“, so Hafenchef Castelein weiter. Er befürworte Maßnahmen wie zusätzliche Investitionen in die Schiene und die Binnenschifffahrt sowie die beschleunigte Einführung emissionsarmer und emissionsfreier Verkehre. Im Hinblick auf die Industrie stehe der Hafenbetrieb den Plänen zur Förderung wichtiger Technologien wie der Wasserstoffproduktion, der Entwicklung alternativer Brennstoffe und der Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO2 positiv gegenüber. „Auch das europäische Engagement für den Aufbau einer grenzüberschreitenden Infrastruktur für neue Energien und die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft stehen im Einklang mit der Strategie des Hafenbetriebs“, sagt Castelein.

Vor anderthalb Jahren bereits wurde in Rotterdam mit Behörden, Wirtschaft, Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) und Wissenschaft die „In 3 Schritten nachhaltig“-Strategie entwickelt. Die Partner befassen sich dazu aktiv mit einer Reihe von Projekten zur Umsetzung dieser Strategie. Castelein: „Wir suchen gern die Zusammenarbeit mit der EU, um diese Projekte zu beschleunigen und damit einen aktiven Beitrag zu den niederländischen und europäischen Klimazielen zu leisten.“

Der Hafenbetrieb Rotterdam hat zum Green Deal ein umfangreiches Positionspapier erstellt, das der THB ausführlich in seiner am 25. Februar erscheinenden Sonderbeilage „Green Shipping“ vorstellen wird. bo

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