Schifffahrt hält lokale Emissionsgrenzen ein

Kontrollpunkt: Am Nordende der Bremerhavener Containerterminals (links im Bild) steht eine Luftmessstation, Foto: Bremenports
Die Luftschadstoffbelastung durch die Schifffahrt ist ein Dauerthema, und das nicht erst seit der Herabsetzung der Schwefelobergrenze für Treibstoffe zu Jahresbeginn. Am Nordende der Bremerhavener Containerterminals arbeitet bereits seit Herbst 2018 eine Luftmessstation im Regelbetrieb. Sie analysiert die chemische Zusammensetzung der Abgasfahnen vorbeifahrender Schiffe. Nach dem ersten vollen Kalenderjahr ist die Bilanz eindeutig: Schiffe, die Bremerhaven und Bremen anfahren, hielten sich 2019 in aller Regel an die Luftreinhaltevorschriften.
Wie die Hafengesellschaft Bremenports jetzt mitteilte, untersuchte die Messstation des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) insgesamt 3697 Abgasfahnen. In neun Fällen sei „ein verdächtig hoher Schwefelanteil“ gemessen worden – das entspreche 0,24 Prozent. Zugleich seien die Messungen in Bremerhaven mit den Daten an den anderen BSH-Messstationen in Wedel und Kiel vergleichbar, bei denen die Einhaltungsquote bei mehr als 99 respektive 98,7 Prozent gelegen habe.
Mit dem Messgerät können unter anderem die Konzen trationen von Schwefeldioxid und Kohlendioxid in der Abgasfahne der Schiffe bestimmt werden, wie Bremenports weiter erklärte. Die Analyse der Messwerte erfolge automatisiert. Wenn ein auffällig hoher Schwefelgehalt eindeutig zugeordnet werden konnte, erfolge in der Regel ein bis zwei Stunden nach der Schiffspassage eine automatische Meldung des Schiffes an die Verfolgungsbehörden. Dabei gingen alle Meldungen an die Hafenstaatkontrolle sowie die Wasserschutzpolizei in Brake, Bremen und Bremerhaven. Bei auslaufenden Schiffen werde zusätzlich die Wasserschutzpolizei in Hamburg informiert. Seit Beginn der Messungen konnten laut Bremenports mehrere gemeldete Verstöße bestätigt werden.
Derweil dürfte die jetzt von 3,5 auf 0,5 Prozent herabgesetzte Schwefelobergrenze kaum Auswirkungen auf die Messungen in Bremerhaven haben. In der Nordsee als SECA (Sulphur Emission Control Area) gilt bereits seit 2015 ein Maximalwert von 0,1 Prozent. ger