Schifffahrt unter Zugzwang

Die Schifffahrt darf keine Zeit mehr verlieren, um hinsichtlich der Schadstoff-Belastung eine Trendwende herbeizuführen. Das sagte Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenwirtschaft an der Europa-Universität Flensburg, auf der Abschlusskonferenz des EU-Forschungsprojekts „Joules“ in dieser Woche in Hamburg. Die Schifffahrt solle dabei künftig genauso behandelt werden wie alle anderen Branchen.

„Joules“ steht für „Joint Operation for Ultra Low Emission Shipping“. Vier Jahre lang war innerhalb des Projekts geforscht und das Potenzial künftiger Designkonzepte untersucht worden. Jetzt präsentierte das Konsortium aus Werften, Zulieferern, Universitäten und Beratungsunternehmen die Ergebnisse. Das Projektziel: eine signifikante Reduzierung von Treibhausemissionen in der Schifffahrt. Zentraler Ansatz ist es, die Simulation von Energienetzen und die Lebenszyklus-Analyse zu einem integrierten Bewertungssystem ökonomischer und ökologischer Aspekte zusammenzuführen. Zu diesem Zweck wurde eine Schiffsdesign-Methodik entwickelt, die nach den Vorstellungen des Konsortiums einen maßgeblichen Beitrag beim künftigen Entwurf emissionsarmer Schiffe leisten wird.

Als ein Beispiel für technische Neuerungen wurde auf der Konferenz die Installation von Brennstoffzellen an Bord von Passagierschiffen vorgestellt. In naher Zukunft soll dabei eine Hybrid-Lösung für die Energienetze zum Einsatz kommen.

Lebenszyklusanalyse

Wesentliches Projektergebnis: 22 Fallstudien für elf Anwendungsfälle haben laut Konsortium gezeigt, wie sich mit neuartigen Designkonzepten für verschiedene Schiffstypen europäischer Werften die im Projekt gesteckten Ziele zur Schadstoffreduzierung erreichen lassen. Für die finanzielle und wirtschaftliche Bewertung von Schiffsdesign in der frühen Designphase wurde eine Simulationssoftware entwickelt und auch bereits angewendet. Außerdem soll eine Software zur Lebenszyklusanalyse und Leistungsbewertung die Entscheidungen bei der Auswahl von Entwürfen unterstützen und dabei auch ökologische Aspekte berücksichtigen.

„Das Projekt ‚Joules‘ hat einen tiefen Einblick bezüglich der Herausforderungen gegeben, die mit einer erheblichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen in der Schifffahrt im Zusammenhang stehen“, resümierte Hohmeyer. Zum Konsortium zählen auf deutscher Seite unter anderem die die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), die Meyer Werft, MAN Diesel & Turbo und die Technische Universität Hamburg-Harburg. Weitere der rund 40 Projektpartner sind Damen Shipyards, Wärtsilä, Bureau Veritas, Rolls-Royce, STX France und Fincantieri. fab

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben