Sensor-Knoten für die Ostsee

Um kurzfristige Entwicklungen zu dokumentieren, braucht es eine dauerhafte Beobachtung. Wissenschaftler installieren derzeit eine Unterwasser-Messstation in der Eckernförder Bucht.

Zu diesem Zweck haben das Meeresforschungsinstitut Geomar und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) jetzt ein Unterwasser-Observatorium in der Eckernförder Bucht installiert. Die als „Boknis Eck“ bekannte Stelle in der Ostsee ist bereits seit 70 Jahren von großer Bedeutung für die Meeresforschung. Seitdem erheben Wissenschaftler dort jeden Monat Daten über den Zustand der Ostsee, so zum Beispiel Strömungsgeschwindigkeiten und -richtungen, den Salzgehalt und die Temperatur des Wassers sowie die Konzentrationen von Sauerstoff, Kohlendioxid und Methan.

„So können wir nicht nur die aktuelle Situation bewerten, sondern auch langfristige Umweltveränderungen erkennen“, sagt Prof. Dr. Hermann Bange, Geomar-Koordinator von Boknis Eck.

Doch die jüngere Vergangenheit habe gezeigt, dass auch sehr kurzfristige Ereignisse von wenigen Wochen oder gar Tagen von entscheidender Bedeutung für ein Ökosystem sein können. „Solche Ereignisse können wir aber nicht mit den monatlichen Beprobungen erfassen“, erklärt Bange. Die Lösung für dieses Problem liegt jetzt in 14,5 Metern Wassertiefe und wurde auf den Namen „Boknis Eck-Knoten“ getauft.

Zusätzliche Sensoren

Die Unterwasser-Messstation ist das Ergebnis einer zweijährigen Planungs- und Bauzeit. Das im Meeresboden verankerte Gestell ist mit allen nötigen Sensoren ausgestattet, um die monatlichen Messungen zu ergänzen. „Bei Bedarf können wir weitere Sensoren jederzeit hinzufügen“, so Bange. Der Forschungskutter „Littorina“ (IMO 7360942) hatte das Gerät an seine Position transportiert.

Der „Boknis Eck-Knoten“ ist per Glasfaserleitung mit einem landseitigen Server verbunden. So soll die dauerhafte Datenübertragung gewährleistet werden. Die Verkabelung hatte das Küstenforschungsschiff „Ludwig Prandtl“ (IMO 8332320) vom HZG übernommen.

Auch die Finanzierung des Observatoriums übernahm das HZG. Geomar betreut die Station im Gegenzug für mindestens zehn Jahre. „Die Daten, die wir erheben, stehen natürlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit zur Verfügung“, fasst Professor Bange zusammen.

Anlage vor Helgoland

Der Knoten ist bereits die dritte Messstation, die im Rahmen des Cosyna-Projektes (Coastal Observing System for Northern and Arctic Seas) in deutschen Gewässern eingerichtet wurde. „Es gibt bereits eine Anlage vor Helgoland“, erklärt Dr. Holger Brix, Projektkoordinator am HZG. Eine weitere sammelt Daten vor der Küste von Spitzbergen und entstand in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. ger

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben