Stena: 300 Umweltinitiativen auf 35 Fähren

Die schwedische Reederei-Gruppe Stena Line verfolgt ehrgeizige und zugleich langfristig angelegt Ziele für eine noch umweltfreundlichere Schifffahrt.

Denn eine bessere Öko-Bilanz ist nach Überzeugung von Niclas Mårtensson, CEO der in Göteborg beheimateten, 1962 gegründeten Traditionsreederei, entscheidend für langfristige Profitabilität. „Darum nimmt Nachhaltigkeit einen zentralen Platz in unserer Unternehmensstrategie ein“, ergänzt er. Das Unternehmen, das inzwischen rund 5700 Mitarbeiter zählt, verweist auf eine Reihe von bereits erzielten Erfolgen in puncto „saubere Schifffahrt“, darunter echte Pionierprojekte. Sie werden in der neuen Broschüre „A Sus tainable Journey“ beschrieben. So pendelt beispielsweise seit Ende März 2015 die nach träglich mit einem Methanol-Antrieb ausgerüstete RoPax-Fähre „Stena Germanica“ (IMO 9145176) auf der wichtigen Route Kiel-Göteborg (THB 27. März 2015). Das Bestandsschiff war zuvor auf der Remontowa-Werft im polnischen Danzig für rund 22 Millionen Euro technisch nachgerüstet und umgebaut worden.

Das Vohaben erhielt dabei auch Zuwendungen durch die EU. Und: Die Umweltinitiative zeichnete der Hafen Kiel im gleichen Jahr auf seiner beliebten Branchen-Veranstaltung „Sprottenback“ mit dem „Hafenpreis 2015“ aus (THB 25. September 2015). Laut Mårtensson hat die Reederei derzeit rund 300 Umweltinitiativen, die die Reederei auf ihren 35 Schiffen umsetzt, um land- und seeseitige Emissionen zu verringern. Zwischen 2013 und 2016 konnte die Reederei nach eigenen Berechnungen ihren Treibstoffverbrauch um 6,5 Prozent und die CO2-Emissionen um 6,2 Prozent je Seemeile senken. Und das sind weitere, geplante Zielmarken: Erstens: Verbannung von Einwegverpackung und Plas tiktüten im Konzern zwischen 2017 und 2018. Zweitens: Verbrauchshalbierung von schädlichen Chemikalien bis 2020 und deren vollständiger Verzicht bis 2030 oder auch eine weitere Verringerung der Arbeitsunfälle auf 1,2 Ausfalltage pro eine Million Arbeitsstunden. Zudem erhält die Reederei zwischen 2019 und 2020 vier ab dem kommenden Herbst in China enstehende neue RoPax-Fähren, die neue Maßstäbe in Sachen Treibstoffverbrauch setzen werden.

Ende April wird die Reederei, die insgesamt 20 Fährdienste in Europa betreibt, in jedem Fall groß feiern: Am 26. in Göteborg und am 27. April dreht sich dann in Kiel alles um das 50-jährige Jubiläum der Erfolgsroute zwischen den beiden Ostseehäfen. EHA

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