TÜV Rheinland prüft CO2-Emissionen

Der Schadstoffausstoß von Seeschiffen wie hier auf der Elbe soll besser kontrolliert werden (Foto: Andreas)
Der TÜV Rheinland hat jetzt die Zulassung als Prüf- und Verifizierungsstelle zur Überwachung von CO2-Emissionen im Seeverkehr erhalten.
Bislang werden klimaschädliche Emissionen der Seeschiffe in der EU-Klimaschutzpolitik nicht adäquat berücksichtigt, führt das Unternehmen aus. Das ändere sich mit dem Erlass der Verordnung 2015/757. Sie umfasst Anforderungen an Schiffe mit mehr als 5000 BRZ, die einen EU-Hafen anlaufen. Etwa 10.000 Schiffe weltweit seien voraussichtlich von der neuen europäischen Verordnung betroffen, darunter auch einige hundert Kreuzfahrtschiffe.
Mit der Umsetzung kommen neue Anforderungen auf die Eigner und Betreiber von Schiffen zu. Damit die CO2-Emissionen einheitlich erfasst werden, verlangt die Regulierungsbehörde, dass in einem ersten Schritt bis zum 31. August 2017 von einer akkreditierten Prüfstelle wie dem TÜV Rheinland ein Monitoringkonzept für jedes der entsprechenden Schiffe vorgelegt wird. Die Prüfstelle bestätigt bis Ende des Jahres die Konformität des Konzepts mit den EU-Vorgaben und verifiziert ab 2018 die darauf basierenden Jahresberichte. „Dazu müssen die Kraftstoffverbräuche ermittelt sowie daraus abgeleitet die CO2-Emissionen und Transportdaten je Fahrt erfasst und im Jahresrhythmus an die Europäische Union berichtet werden“, sagte Peter Maczey, Fachgebietsleiter Umwelt- und Klimaschutz beim TÜV Rheinland. Die internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO will künftig ein vergleichbares Monitoring und Reporting von den Unternehmen einfordern.
Für die Eindämmung von Emissionen in der Schifffahrt sind weitere Maßnahmen geplant. Die EU-Umweltminister hatten sich auf eine gemeinsame Linie zur Reform des europäischen Emissionshandels (ETS) verständigt. Das Europäische Parlament hatte sich zuvor für eine stärkere Verknappung der Emissionszertifikate ausgesprochen. Außerdem soll die Seeschifffahrt ab 2023 in das ETS aufgenommen werden, falls sich die IMO nicht bis 2021 auf ein eigenes System einigt (THB 17. Februar 2017).
Speziell für den Hamburger Hafen hat der Senat einen Luftreinhalteplan vorgestellt. Mit der Umsetzung soll vor allem die Stickstoffdioxid-Belastung deutlich gesenkt werden (THB 3. Mai 2017). fab
