IG Metall fordert mehr Selbstbestimmung bei Arbeitszeit

Die künftige Gestaltung der Arbeitszeit steht im Mittelpunkt der Bezirkskonferenz der IG Metall Küste. Es gehe vor allem um mehr Zeitsouveränität des Einzelnen, sagte der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Meinhard Geiken.

"Die Beschäftigten sind nicht generell gegen Flexibilisierung, aber sie haben ein Problem damit, dass sie über ihre Arbeitszeit und die Zeiten, in denen sie zusätzlich arbeiten, nicht frei bestimmen können", so Geiken weiter.

Unter dem Leitwort "Mein Leben - Meine Zeit" wollen die rund 300 Delegierten und Gäste in Timmendorfer Strand bis Freitag über den Themenkomplex diskutieren, der nach Ansicht der Gewerkschaft die künftige Tarifpolitik bestimmen wird. Am Freitag ist eine Debatte über die Integration von Flüchtlingen geplant.

"Die Beschäftigten wünschen sich Arbeitszeiten, die planbar und stärker an ihre individuellen Lebenssituationen angepasst sind", sagte Geiken. "Es geht um mehr Zeitsouveränität des Einzelnen." Es müsse für Beschäftigte möglich sein, ihre Arbeitszeit unkompliziert an ihre Familiensituation anzupassen oder ihnen eine Fortbildung zu ermöglichen. "Es geht um die Frage, wie der Einzelne seine Arbeitszeit gestaltet, wann er wie arbeitet", sagte der Bezirkschef.

Flexibilisierung oft einseitig

Geiken sagte, die Arbeitgeber riefen immer nach Flexibilisierung, aber nur in ihrem Sinn. "Das geht meistens zulasten der Beschäftigten." Umfragen hätten gezeigt, dass jeder Dritte seine Arbeitszeit spontan den Anforderungen des Betriebes anpassen müsse, heißt es in einer Broschüre der IG Metall zur Arbeitszeit.

Die Anpassung der Arbeitszeiten an die Bedürfnisse der Mitarbeiter erfordere von den Unternehmen mehr Aufwand und mehr Personal, räumte Geiken ein. "Wenn man Arbeitsabläufe so organisieren will, dass Beschäftigte auch mal spontan die Schicht tauschen können, damit sie ihre Kinder in die Kita bringen können, braucht man mehr Mitarbeiter als Puffer."

Geiken ist seit 2011 Bezirksleiter der IG Metall Küste. Der gelernte Betriebsschlosser und Diplom-Volkswirt vertritt die Interessen von 178.500 Mitgliedern aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen und dem nördlichen Niedersachsen. dpa

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