Nach Olympia-Aus: Hafen zukunftsgerecht entwickeln

Gunther Bonz, Foto: Logistik-Initiative
Die Hamburger Hafenwirtschaft will nach der gescheiterten Hamburger Olympia-Bewerbung an den vorhandenen Standorten auf dem Kleinen Grasbrook investieren.
„Die Entscheidung der Hamburger und Hamburgerinnen gegen eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 ist zu respektieren“, sagte am Montag Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH). „Die Hamburger Hafenwirtschaft erwartet von der Politik, dass eine in die Zukunft gerichtete Entwicklung des Hamburger Hafens auch ohne Olympia weiter forciert wird und die geplanten Infrastrukturmaßnahmen, wie zum Beispiel die Realisierung der A26 Ost, im Zeitplan umgesetzt werden.“
Für die Olympischen Spiele hätten zahlreiche Betriebe mit rund 2000 Mitarbeitern im Hafen verlagert werden müssen, um Platz für Olympia-Anlagen zu schaffen. Die Unternehmen und der Senat hatten sich erst vor wenigen Tagen auf eine gemeinsame Grundlage für die geplanten Umzüge verständigt, die nunmehr obsolet geworden ist. Der Kleine Grasbrook bleibt Hafengelände.
Der Verein Hamburger Spediteure e.V. (VHSp) erklärte: „Die Metropolregion Hamburg und der ganze Norden hätten mit einer Olympiade von einer ausgebauten und verbesserten Infrastruktur profitiert. Diese Chance sollte auch unter den neuen Vorzeichen nicht ungenutzt bleiben und die Ausbaumaßnahmen sind auf der politischen Agenda weiterhin zu berücksichtigen“, so der Appell von Vereinsgeschäftsführer Stefan Saß.
Investitionen dürfen nicht aufgeschoben werden
„Mit der Ablehnung von Olympia sind die Pläne zur Umsiedlung von Hafenunternehmen hinfällig geworden.“ Das erklärte der Wirtschaftsrat Hamburg und bedauerte zugleich den negativen Ausgang des Referendums. Landesvorsitzender Gunnar Uldall plädiert nachdrücklich dafür, dass der Kleine Grasbrook weiter von der ansässigen Hafenwirtschaft genutzt wird und dort keine anderen Bauprojekte umgesetzt werden. Das vorzeitige Scheitern der Bewerbung dürfe nicht dazu führen, dass dringend notwendige Investitionen – jetzt ohne den Druck von Olympia – aufgeschoben werden. Uldall: „Die für Olympia ohnehin vorgesehenen 1,2 Milliarden Euro sollten in die Stadtentwicklung investiert werden. Die chronisch überlasteten Straßen verlangen die Umrüstung auf ein digitales, smartes Verkehrssystem. Die Pilotprojekte der Hamburg Port Authority (HPA) bieten die ideale Basis, um Hamburg zum Vorreiter der Smart City zu machen.“ FBi

