Maersk übernimmt Grup Maritim TCB
APM Terminals hat die Mehrheit am führenden Containerterminal-Betreiber in Spanien übernommen.
Die Akquisition der in Barcelona ansässigen Grup Maritim TCB erweitert das Portfolio der Maersk-Tochter um elf Terminals mit Standorten in Kolumbien, Brasilien, Mexiko, Guatemala, der Türkei und Spanien. Damit kommt APM Terminals nunmehr auf insgesamt 74 Standorte in 40 Ländern.
Mit einer robusten Kapitaldecke ist Maersk in der komfortablen Situation, derartige Investitionen in einem volatilen Markt mit Wachstumschancen zu tätigen, sagte Nils Andersen, CEO der Maersk Group. Die Kapazität der hinzugewonnenen Terminals summiert sich auf 4,3 Millionen TEU. Das geschätzte Volumen umgeschlagener Container pro Jahr beläuft sich auf 3,5 Millionen TEU.
Auch Mitbewerber CMA CGM hatte seine Aktivitäten im Terminal-Geschäft zuletzt deutlich ausgebaut. Der französische Reedereikonzern bekam vor kurzem im Konsortium mit Bolloré und der chinesischen CHEC den Zuschlag für einen Terminal in Kamerun. Der Kribi Container Terminal (KCT) mit einer Gesamtkapazität von 1,4 Millionen TEU kann von Schiffen mit bis zu 8000 TEU angelaufen werden. Die Reederei will mit ihren Partnern dafür sorgen, dass sich der KCT zu einem regionalen Hub für die afrikanische Atlantikküste von Senegal nach Gabun entwickelt.
Um auch im Karibik-Raum stärker präsent zu sein, hatte sich CMA CGM im Frühjahr die Nutzungserlaubnis für den Kingston Container Terminal in Jamaika gesichert. Mit seiner Nähe zum Panamakanal, dessen Ausbau im kommenden Jahr abgeschlossen werden soll, ist der Standort auch von strategischer Bedeutung.
Die steigende Nachfrage nach Containerumschlagkapazitäten in den Häfen und die immer größer werdenden Schiffe veranlassen Terminalbetreiber verstärkt zu Neuinvestitionen, um die Kapazitäten zu erweitern. Das Beratungsunternehmen Drewry erwartet, dass die Nachfrage für entsprechende Kapazitäten in den Häfen bis 2019 um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr steigen wird. Das entspreche einem zusätzlich be nö tig ten Volumen von 168 Millionen TEU und würde die weltweite Gesamtkapazität in den Häfen auf knapp 850 Millionen TEU erhöhen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Häfen zum einen aufgrund der Großcontainerschiffe, zum anderen aufgrund der neuen Allianzen zwischen den Linienreedereien.
Allein Betreiber PSA International hat sich für die kommenden fünf Jahre eine Kapazitätssteigerung von knapp 25 Millionen TEU vorgenommen, insbesondere am Standort Singapur. Bei der Anzahl von Neuprojekten liegen APM Terminals und DP World vorn. Bezogen auf die insgesamt einzurichtenden Kapazitäten liegen sie jedoch deutlich hinter PSA International. Hutchison, CMA CGM, TIL und ICTSI planen ebenfalls nennenswerte Steigerungen. fab
