Deutschland braucht leistungsstarke Marine

Die langfristig abgesicherte Versorgung der Deutschen Marine mit einer ausreichenden Anzahl gut ausgebildeten Fachpersonals bleibt eine der zentralen Aufgaben für die Flotte.

Das stellte Vizeadmiral An dreas Krause, Inspekteur der Marine, am vergangenen Freitag in Wilhelmshaven in einem Grundsatzvortrag vor maritimen Experten im Marinemuseum Wilhelmshaven fest. Krause betonte, dass die Relevanz der Marine durch drei Komponenten deutlich werde, nämlich „die Fähigkeit zum Kampf, Reaktionsschnelligkeit und Flexibilität“. Erreicht werde diese Zielsetzung unter anderem „durch die Einführung des Mehrbesatzungsmodells, die Intensivnutzung der Einheiten sowie die Einsatzausbildungszentren“. Mehrbesatzungsmodell heißt: Ein Schiff oder Boot verfügt über mehrere Besatzungen, kann also in fernen Seegebieten wesentlich länger stehen. Denn der Crew-Wechsel erfolgt vor Ort. Krause betonte, dass die Attraktivität des Dienstes in der Marine eine ganz wichtige Rolle spiele.

Dazu stellte er fest: „Insgesamt bedeutet die Einführung vom Mehrbesatzungsmodell, der Intensivnutzung und der Einsatzausbildungszentren ein gutes Stück mehr Attraktivität des Dienstes in der Marine. Das hilft uns bei der Personalgewinnung und Personalbindung.“ Zwar bestehe aktuell kein Problem mit den Bewerberzahlen. „Dennoch gelingt es nicht in allen Bereichen, insbesondere in der Elektrotechnik, der Elektronik und der Informatik, den Personalbedarf zu decken“, räumte der Admiral ein. Was für ihn bedeutet: „Der Schlüssel zum Erfolg ist das Binden unseres Personals und das Erschließen neuer Potenziale junger Menschen, die in unserer Marine dienen wollen.“ Was die materielle Ausstattung der Marine angeht, sieht Krause wichtige Weichenstellungen vollzogen. So schreite beispielsweise der Bau der Fregatten-Klasse 125 weit voran. Damit verknüpfe die Marine die operativen Anforderungen mit den demografischen Herausforderungen und dem großen Thema Attraktivität. Zudem werde man in einigen Jahren sechs Mehrzweckkampfschiffe der Klasse 180 erhalten. Die zukünftig sechs hochmodernen U-Boote der Klasse 212 gehören für Krause „zur Weltspitze im konventionellen U-Boot-Bau“.

Auch bei den marinespezifischen Luftfahrzeugen gehe es voran. So werde der Marinetransporthubschrauber „Sea Lion“ ab 2019 den inzwischen betagten „Sea King“ ersetzen. Zudem sei auch der Rüstungsprozess für die Nachfolge des Bordhubschraubers „Sea Lynx“ angeschoben. Deutschland brauche eine leistungsstarke Marine auch vor dem Hintergrund der hohen Versorgungsabhängigkeit über See. Krause: „Die Seehandelswege sind jedoch gleichzeitig die Achillesferse unseres wirtschaftlichen Erfolgs.“ EHA

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