Beluga-Prozess: Gericht will Stolbergs Steuerberater als Zeugen laden

Im Wirtschaftsstrafprozess gegen Ex-Beluga-Chef Niels Stolberg und drei seiner früheren Mitarbeiter geht die Beweisaufnahme weiter.

Das Landgericht Bremen will den ehemaligen Steuerberater Stolbergs als Zeugen laden und folgte damit dem Antrag der Verteidigung. Für den bereits seit Januar 2016 laufenden Prozess wurden am Mittwoch neue Verhandlungstermine bis November anberaumt.

Unklar ist, ob der Steuerberater aussagen oder von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen wird, denn er ist selbst vor dem Landgericht im Zusammenhang mit Beluga wegen mutmaßlicher Beihilfe zum Kreditbetrug angeklagt. Der Mann gilt als eine Schlüsselfigur. Stolbergs Verteidiger Bernd Groß verspricht sich von ihm weitere Aufklärung über das komplexe Finanzierungssystem für den Neubau von Beluga-Schiffen.

Die Wirtschaftsstrafkammer will auch entscheiden, ob außer Stolberg alle Angeklagten an jedem Verhandlungstag erscheinen müssen, oder erneut eine Teilbeurlaubung möglich ist. In dem Prozess geht es seit mehr als 50 Verhandlungstagen um Kreditbetrug, Betrug, Untreue und Bilanzfälschung. Die Beluga-Reederei ging 2011 in Insolvenz. Stolberg hatte damals mit Finanzhilfe vieler Banken neue Schiffe bauen lassen und 2010 US-Investor Oaktree ins Boot geholt, der ihn später wegen bilanzieller Ungereimtheiten anzeigte.

Das Gericht schlug im Juli nach Zwischenberatungen für den schwer erkrankten Stolberg eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und sechs Monaten und drei Jahren und neun Monaten vor. Das lehnte die Verteidigung als „völlig überzogen“ ab. Die drei Mitangeklagten müssen nach dem Vorschlag mit Bewährungsstrafen von maximal einem Jahr und zehn Monaten rechnen. lni/fab

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