Shell übernimmt Konkurrenten BG

Auf die Gasplattformen der BG Group entfällt ein erheblicher Teil der brasilianischen Förderung, Foto: BG Group
In der Öl- und Gasförderung zeichnet sich eine Mega-Übernahme ab: Shell will seinen Konkurrenten BG Group übernehmen. Die brasilianische Kartellbehörde gab jetzt grünes Licht.
Den Kauf des in der Offshore-Gasförderung tätigen Energiekonzerns BG lässt sich Royal Dutch Shell rund 70 Milliarden US-Dollar kosten. Die geplante Übernahme wäre die größte seit der Fusion von Exxon und Mobil Oil im Jahr 1998 und dem Zusammenschluss von Royal Dutch Petroleum und Shell vor knapp zehn Jahren.
Die brasilianische Kartellbehörde CADE genehmigte den Deal nun als letzte noch ausstehende Instanz. Gibt es innerhalb der kommenden 15 Tage keine Einsprüche mehr, kann die Übernahme abgewickelt werden. Die Zustimmung aus Brasilien galt deshalb als wichtig, weil das brasilianische Erdgas- und Erdölunternehmen Companhia Energética de Sáo Paulo (CESP) 1999 an den britischen Energiekonzern BG und den Mineralölkonzern Royal Dutch Shell zu gleichen Teilen verkauft wurde. Durch die nun geplante Übernahme wird Shell zum größten ausländischen Gas-Förderer in Brasilien und zum zweitgrößten Auftraggeber für Versorgungsdienstleistungen auf See nach dem Staatskonzern Petrobras. Brasilien genehmigte den Deal jetzt ohne Auflagen. Zuvor hatten schon die Kartellbehörden der USA, der EU, Australiens und Chinas zugestimmt, teilweise jedoch Auflagen erlassen.
Legt man die letzten verfügbaren Zahlen aus dem Mai 2015 zugrunde, haben Shell und BG zusammen 212.252 Barrel Öläquivalent (BOE) im Monat gefördert. Das entspricht etwa 7,1 Prozent der brasilianischen Gesamtförderung eines Monats. Markt experten gehen davon aus, dass Shell seine Förderquote bis 2020 auf 500.000 BOE erhöhen kann. Durch die Übernahme fallen an Shell nun auch noch 25 Prozent des Lula-Ölfeldes, die bisher zu BG gehörten.
Probleme für Petrobras
Die Mega-Übernahme findet in einer Situation statt, in der Brasiliens größter und staatlich gelenkter Öl- und Gas-Konzern Petrobras immer tiefer im Korruptionssumpf versinkt. Weiterhin wirken sich hohe Verbindlichkeiten und die niedrigen Ölpreise negativ auf den Staatskonzern aus. 23 Dienstleister haben ihre Verträge mit Petrobras gekündigt. pk





