Lesermeinung: Schiffsmechaniker als Ausbildungsberuf

Der Artikel vermittelt den Eindruck, dass irgendwann einmal von Theoretikern ein Berufsbild „Schiffsmechaniker“ völlig am Markt vorbei entwickelt worden ist. Tatsache ist, dass der VDR und die Gewerkschaft ÖTV Anfang der 80er Jahre gemeinsam einen Rationalisierungsschritt gemacht haben, der Besatzungsstärken von weit über 30 Personen auf durchschnittlich 22 Personen gesenkt hat.

Aus Facharbeitern Deck und Facharbeitern Maschine (mit drei Jahren Ausbildung) wurde der vom VDR gewünschte Schiffsmechaniker ebenfalls ein Facharbeiter. Die Kostenbelastung durch Decks- und Maschinenbesatzung wurde halbiert.

Die Aussage heute zeigt nichts anderes als die Inkompetenz der heutigen VDR-Führung, die nicht mal ihre eigene Geschichte kennt, und der Manager in den Betrieben, die unfähig sind, Schiffsmechaniker produktiv an Bord einzusetzen. Im Übrigen ist der SM als anerkannter Ausbildungsberuf international im STCW (Internationales Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten, d. Red.) verankert.

Unerwähnt bleibt, dass die Unternehmen es seit 1956 bis heute nicht geschafft haben, ohne Subventionen ihren Geschäften nachzugehen. Möglicherweise sind die Reeder neben den Bauern in Deutschland die Exoten und nicht die Schiffsmechaniker.

Dobrindts Wundertüte heißt: noch mehr Steuergelder für Reeder, Banken, Hedgefonds und Emissionshäuser und dafür weniger deutsche Seeleute und weniger maritimes Know-how in Deutschland.

Klaus Meyer,
Nautiker, ehemals Schifffahrtssekretär ÖTV/ver.di, Hamburg, Stadt

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