Hapag-Lloyd: Start an der Börse mit 20 Euro pro Aktie

Voll beladen an die Börse: Hapag-Lloyd platziert alle Aktien

Habben Jansen, Foto: Hapag-Lloyd
Hapag-Lloyd hat die Aktien für den Börsengang platziert. Der endgültige Angebotspreis beträgt 20 Euro, teilte die Hamburger Reederei jetzt mit.
Damit erreicht Hapag-Lloyd das untere Ende der reduzierten Preisspanne von 20 bis 22 Euro. Mit der Veröffentlichung des Wertpapierprospekts Mitte Oktober hatte das Unternehmen zunächst eine Preisspanne von 23 bis 29 Euro pro Aktie festgelegt.
Die jetzt platzierten 15,2 Millionen Aktien setzen sich aus einer Kapitalerhöhung mit 13,2 Millionen Papieren und dem Verkauf von knapp zwei Millionen Aktien aus dem Bestand von Anteilseigner TUI zusammen. Die Kernaktionäre Kühne Maritime und CSAV haben sich wie angekündigt an der Kapitalerhöhung jeweils mit einem Volumen von 30 Millionen Dollar beteiligt. Hapag-Lloyd erreicht mit dem Aktienverkauf einen Bruttoemissionserlös von rund 300 Millionen Dollar.
Die Erlöserwartungen hatte Hapag-Lloyd zunächst deutlich höher angesetzt. Ende September erwartete die Reederei noch 500 Millionen Dollar aus dem IPO. Als die Hamburger dann am 14. Oktober ihren Wertpapierprospekt veröffentlichten, ging das Unternehmen nur noch von 300 Millionen Dollar aus. Und selbst diese Summe musste hinterfragt werden, als Marktführer Maersk während der Preisfindungsphase von Hapag-Lloyd mit einer eigenen Gewinnwarnung Investoren verunsicherte. Jetzt macht Maersk erneut mit einer Mitteilung auf sich aufmerksam. Der dänische Konzern teilte am Mittwoch mit, angesichts geringer Frachtraten rund 4000 Stellen bis Ende 2017 zu streichen. Sowohl die kurz- als auch die langfristigen Aussichten für die Schifffahrt hätten das Unternehmen veranlasst, die Sparschraube anzuziehen.
„Wir wollen die Organisation kleiner und einfacher machen“, sagte Søren Skou, Chef der Container-Sparte der Maersk-Gruppe. „Es sind keine leichten Entscheidungen, aber notwendige Schritte, um die Industrie zu erneuern.“ Bei den Kosten für Vertrieb und Verwaltung will Maersk im kommenden Jahr 250 Millionen Dollar sparen. Die Containerschifffahrt, in der bei Maersk rund 23.000 Menschen beschäftigt sind, ist das größte Standbein des Konzerns mit insgesamt rund 89.000 Mitarbeitern.
Hapag-Lloyd steht mit der Platzierung aller angebotenen Aktien für den Börsengang nichts mehr im Weg. Die Aktien werden voraussichtlich ab Freitag an den Börsen in Frankfurt und Hamburg unter der Wertpapierkennnummer HLAG47 und der International Securities Identification Number (ISIN) DE000HLAG475 gehandelt.
Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) sieht im Börsengang von Hapag-Lloyd trotz des niedrigen Emissionspreises einen wichtigen Schritt für das Unternehmen, das sich damit neue Handlungsmöglichkeiten für die Zukunft eröffne. „Die Stadt Hamburg wie auch die anderen Aktionäre könnten in Zukunft von der Möglichkeit profitieren, Aktien zu verkaufen, ohne die Stabilität von Hapag-Lloyd zu gefährden“, sagte Tschentscher. Mehr als eine Milliarde Euro hatte die Stadt in die Traditionsreederei Hapag-Lloyd investiert, um eine „feindliche“ Übernahme des Unternehmens etwa durch Großreedereien aus China oder Singapur zu verhindern. Hamburg hält an Hapag-Lloyd derzeit 24,3 Millionen Anteile, die mit einem Stückpreis von 41,22 Euro in den Büchern stehen.
Mit dem Erlös aus dem Börsengang könnte Hapag-Lloyd in das Segment der 20.000-TEU-Schiffe einsteigen. Ein entsprechender Beschluss des Vorstands liegt noch nicht vor. In jedem Fall sind die Erlöse aus dem Börsengang für Investitionen in Schiffe und Container geplant. dpa/fab










